Atomausstieg

Gründung einer Energieagentur in Bayern beschlossen

Die Staatsregierung hat am Dienstag die Gründung einer Energieagentur beschlossen. Deren Aufgabe soll es sein, die Energiewende voranzutreiben und zu koordinieren. Die Agentur soll ab September auch den Bedarf für neue Kraftwerke, Leitungen und Energiespeicher ermitteln.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München (dapd-bay/red) - Eine Energieagentur soll helfen, Bayerns Ausstieg aus der Atomkraft und den Einstieg in erneuerbare Energien besser zu koordinieren. "Mit ihrer Gründung haben wir heute einen ersten wichtigen Schritt hin zur Energiewende vollzogen", sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Dienstag nach der Kabinettssitzung.

Bayern will Musterland in Sachen Energiewende werden

Die Agentur mit 16 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von drei Millionen Euro ist im Wirtschaftsministerium angesiedelt. Überwacht werden soll die Arbeit der Energieagentur von einem Lenkungsausschuss unter Vorsitz Zeils. Stellvertretender Vorsitzender des Lenkungsausschusses wird Umweltminister Markus Söder (CSU). Zudem soll ein Beirat aus allen gesellschaftlichen Gruppen die Arbeit der Energieagentur "begleiten".

Bayern will nicht nur bis 2022 ohne Atomkraft, die heute mehr als 50 Prozent des Stroms ausmacht, auskommen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will den Freistaat gleichzeitig zum Musterland in Sachen Energiewende und zum Technologieführer bei Umwelt- und Energietechnik machen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung soll von derzeit etwa 25 Prozent auf rund 50 Prozent erhöht werden.