Prozess startet

Grünbuch: Energieverbrauch der EU um 20 Prozent senken

Das Grünbuch bildet nun die Grundlage für eine breit angelegte Debatte, in die alle Interessengruppen einbezogen werden. Nach Abschluss der Konsultationsphase 2006 wird die Kommission einen umfassenden Aktionsplan mit Vorschlägen für Maßnahmen zur Energieeinsparung vorlegen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Brüssel (red) - Die Europäische Kommission hat gestern ein Grünbuch zur Energieeffizienz angenommen. Eine wichtige Rollen darin spielen Energieeinsparungen eine sehr wichtige Rolle, da die EU im Jahr 2030 wahrscheinlich 70 Prozent ihres Energiebedarfs durch Importe abdecken muss.

Daher sollten Energieeinsparungen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestellt werden. Im Grünbuch werden daher einige Optionen vorgestellt, wie bis 2020 fast 20 Prozent des Energieverbrauchs kostenwirksam eingespart werden könnte. Mit einem geänderten Verbraucherverhalten und energieeffiziente Technologien soll dieses Ziel erreicht werden. "Diese Energieeffizienz-Initiative wird Europa helfen, zwei wesentliche Ziele der Lissabon-Strategie zu erreichen: Mehr Wachstum und bessere Arbeitsplätze. Sie wird auch dazu beitragen, dass Europa seine Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls erfüllen kann", kommentierte der für Energie zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs.

Die im Grünbuch aufgeführten Optionen umfassen alle Bereiche – Herstellung und Endverbrauch, gewerbliche Wirtschaft und Dienstleistungssektor, Haushalte und Gebäude, Verkehr und internationale Beziehungen. Sie betreffen dabei alle Interessensgruppen, von nationalen, regionalen und lokalen Entscheidungsträgern über Banken, internationale Institutionen bis hin zum einzelnen Verbraucher. Die Europäische Kommission schlägt eine breite Palette politischer Instrumente vor, unter anderem finanzielle Anreize, Vorschriften, Zielvorgaben, Informations- und Ausbildungsmaßnahmen und einen internationalen Dialog.

Das Grünbuch bildet nun die Grundlage für eine breit angelegte Debatte, in die alle Interessengruppen einbezogen werden. Nach Abschluss der Konsultationsphase 2006 wird die Kommission einen umfassenden Aktionsplan mit Vorschlägen für Maßnahmen vorlegen.