Kritik

GRS weist Bericht des "Spiegel" zum Störfall in Forsmark zurück

Die Gesellschaft für Anlagen- u. Reaktorsicherheit hat den Bericht des Magazins "Spiegel" zum Reaktorunglück im schwedischen Forsmark kritisiert. Einige Details seien aus dem Zusammenhang gerissen, außerdem stamme der GRS-Bericht vom August und sei nicht neu.

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Köln (red) - In dem Artikel des "Spiegel" vom 20. November 2006 "Schwedisches Atomkraftwerk stand kurz vor dem GAU" wird behauptet, die Gesellschaft für Anlagen- u. Reaktorsicherheit (GRS) sei in ihren Untersuchungen des Störfalls zu dem Ergebnis gelangt, es wäre beinahe zu einem schweren Unfall mit Kernschmelzen gekommen. Wörtlich heißt es "..nur noch 18 Minuten vor einem Horrorszenario...". Diese Darstellung sei falsch, so die GRS am Montag. In keinem der GRS-Berichte sei die Rede davon, dass ein Kernschmelzen gerade noch vermieden werden konnte.

Außerdem zitiere der "Spiegel" aus einem Informationsschreiben des GRS zum Ereignis in Forsmark-1 für das Umweltministerium folgenden Halbsatz: "..., nach circa fünf Stunden wäre das gesamte Kühlmittel verdampft gewesen". Im Zusammenhang gelesen werde jedoch klar, dass es sich bei jenem Halbsatz nicht um eine Beschreibung der realen Situation in Forsmark-1 gehandelt habe, sondern um eine "Was-wäre-wenn"-Analyse der schwedischen Aufsichtsbehörde, die die GRS zitiert.

Im Übrigen handele es sich nicht um eine neuerliche GRS-Untersuchung des Störfalls in Forsmark-1. Die zitierten Untersuchungen stammten vom 22. August 2006 und seien schon kurz danach auf der Internetseite des Umweltministeriums veröffentlicht worden.