Studie

Großhandels-Strompreise seien trotz Atomausstiegs gesunken

Trotz Atomausstiegs sind die Großhandelspreise für Strom zu Beginn dieses Jahres deutlich niedriger gewesen als noch Anfang 2011. Die Kosten für sogenannten Grundlaststrom hätten im Januar und Februar um 6,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, so eine Studie unter Berufung auf die aktuellen Daten der Strombörse EEX.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Münster (AFP/red) - Das teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) am Montag in Münster unter Berufung auf aktuelle Daten der Strombörse EEX mit. Habe eine Kilowattstunde im Vergleichszeitraum vor einem Jahr noch 5,05 Cent je Kilowattstunde gekostet, seien es in diesem Jahr 4,74 Cent.

Gesunkene Strompreise erreichen die Verbraucher nicht

Im Januar sei der Marktpreis sogar auf 3,99 Cent je Kilowattstunde gefallen, teilte das IWR mit. Dies sei der niedrigste Stand seit August 2010. Hintergrund sei die hohe Windstromproduktion gewesen. "Die gesunkenen Börsen-Strompreise kommen beim Verbraucher aber noch nicht an", erklärte IWR-Chef Norbert Allnoch.

Kürzlich hatten knapp 180 Grundversorger für März und April sogar höhere Strompreise angekündigt. Bereits im Januar und Februar hatten mehr als 200 Versorgungsfirmen die Preise angehoben.

Strompreise in Frankreich und in der Schweiz gestiegen

Wie das IWR mitteilt, wurde in Frankreich Strom anders als in Deutschland zum Jahresbeginn deutlich teurer. Die Kilowattstunde französischen Stroms kostete im Januar und Februar im Schnitt 6,2 Cent. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach noch 5,7 Cent. Noch teurer war demnach der Strompreis in der Schweiz. Kostete die Kilowattstunde Anfang 2011 noch 5,98 Cent, waren es im Januar und Februar 2012 rund 6,8 Cent.

Die Grundlast beim Strom entspricht der Mindestmenge von Energie, die zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird. Das IWR ist nach eigenen Angaben ein eigenständiges, unabhängiges Institut der Regenerativen Energiewirtschaft mit den Aufgaben Forschung sowie Wirtschafts- und Politikberatung.

Quelle: AFP