Zukunft der Windenergie

Großes Potenzial: dena stellt umstrittene Windenergiestudie vor

Die dena hat heute ihre umstrittene Studie "Energiewirtschaftliche Planung für die Netzintegration von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore" vorgestellt und damit eine machbare Weiterentwicklung des Gesamtsystems präsentiert. Fazit: Ein 20-prozentiger Anteil erneuerbarer Energien bis 2015 ist machbar.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) hat heute die Endfassung der schon vor Veröffentlichung umstrittenen Studie "Energiewirtschaftliche Planung für die Netzintegration von Windenergie in Deutschland an Land und Offshore" vorgestellt. Auf über 500 Seiten wird ein Konzept zur Netzintegration von Windkraftanlagen in das elektrische Versorgungssystem dargelegt.

"Mit der dena-Netzstudie können wir nun die machbare und sinnvolle Weiterentwicklung des Gesamtsystems präsentieren", kommentierte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Dies ermöglicht eine grundlegende, von den beteiligten Akteuren gemeinsam getragene und vor allem langfristige energiewirtschaftliche Planung mit aufeinander abgestimmten Lösungswegen. Zudem wird mit einer koordinierten Planung die Elektrizitätsversorgung als wichtiger Standortfaktor für Wirtschaftsentwicklung und Investitionsentscheidungen der Unternehmen nachhaltig stabilisiert."

20-Prozent-Anteil ist machbar - aber nicht ohne Maßnahmen zu ergreifen

Schwerpunkt der Studie ist die Integration der bis 2015 zu erwartenden Windkraftleistung im On- und Offshore-Bereich von etwa 37 000 Megawatt in das elektrische Verbundsystem. Laut Kohler zeige die Studie, dass 20 Prozent Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland machbar seien. Voraussetzung dafür sei jedoch die Umsetzung der in der Studie aufgezeigten Maßnahmen in Hinblick auf die Weiterentwicklung des Stromversorgungssystems. Dazu gehören u.a. die Verstärkung von 400 Kilometern des vorhandenen 380 kV-Verbundnetzes und der Neubau weiterer 850 Kilometer. So könne die Versorgungssicherheit auf heutigem Niveau gewährleistet und gleichzeitig zwischen 20 bis 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Die Mehrkosten dafür betragen laut dena für private Haushalte im Jahr 2015 zwischen 0,39 und 0,49 Cent je Kilowattstunde.

Erhöhte Anforderungen an Regel- und Reserveleistung

Den erhöhten Anforderungen an die Bereitstellung von Regel- und Reserveleistung durch die Einspeisung von mehr Windenergie soll mit bestehenden fossil befeuerte sowie Pumpspeicher-Kraftwerken entgegen gewirkt werden. Im Zuge des anstehenden Kraftwerkserneuerungszyklus sollten altersbedingt stillgelegte Kraftwerke zukünftig stärker als bisher durch Gasturbinenkraftwerke ersetzt werden, schlägt die dena vor. Insgesamt könne der konventionelle Kraftwerkspark des Jahres 2015 im Vergleich zum Jahr 2003 durch Nutzung der Windenergie jedoch um fast 2200 Megawatt reduziert werden.

Laut Studie können die Kohlendioxid-Vermeidungskosten durch die Windenergie bis zum Jahr 2015 auf eine Bandbreite zwischen 41 bis 77 Euro pro Tonne Kohlendioxid sinken. Eine besondere Bedeutung hätten in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Preise für konventionelle Energieträger (Öl, Gas, Kohle) sowie die weitere Effizienzsteigerung (Kostenreduktion) bei den Windkraftwerken.

Die dena-Netzstudie wurde von Verbänden und Unternehmen der Windenergie-, Netz- Anlagenhersteller- und konventionellen Kraftwerksbranche sowie dem Wirtschaftsministerium finanziert. Die Finanziers der Studie haben nun beschlossen, in einem zweiten Studienteil den Ausbau der regenerativen Energietechnologien bis zum Jahr 2025 zu untersuchen sowie bestimmte Themenfelder weiter zu vertiefen.

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