Mülheim/Ruhr

Großer Feldtest zu intelligenten Stromzählern

Die Vorbereitungen für einen Feldtest zum intelligenten Stromverbrauch in Mülheim laufen auf Hochtouren. Im Mülheimer Stadtteil Saarn können bis zu 1100 Haushalte mitmachen und Geräte dann laufen lassen, wenn der Strom besonders günstig ist. Der Test ist unter anderem wichtig für den Einsatz erneuerbarer Energien.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mülheim/Ruhr (dapd/red) - Innerhalb von zwei Monaten hätten sich bereits etwa 400 Haushalte verbindlich für den Test angemeldet, sagte Winfried Bappert von RWE Vertrieb am Mittwoch. Über 1000 Bürger seien grundsätzlich an einer Teilnahme interessiert. Das Pilotprojekt soll im März kommenden Jahres starten und neun Monate dauern.

Einsatz übers Internet steuerbar

Für den Feldtest erhalten die teilnehmenden Haushalte einen intelligenten Stromzähler mit Schnittstelle zum heimischen PC. Über das Internet können die Kunden dann feststellen, wann und mit welchem Stromprodukt es am preiswertesten ist.

Insgesamt werden in Mülheim bis zu 1100 Haushalte gesucht, die mitmachen. Teilnehmen können Bürger aus dem Mülheimer Stadtteil Saarn, die in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen. Etwa 100 Teilnehmer erhalten zusätzlich spezielle Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Spülmaschinen oder Trockner, die ferngesteuert starten, sobald der Strom besonders günstig ist.

Vorreiter einer neuen Technologie

Finanziell lohnt sich die Teilnahme am Test für die Stromkunden zwar nicht. Sie seien aber "erste Nutznießer einer neuen Technologie und gestalten die Zukunft mit", sagte Klaus Beisiegel von der Umweltverwaltung der Stadt Mülheim. Es müsse getestet werden, wie Energieverbrauch in Zukunft gestaltet werden könne. Denn mit Blick auf die Energiewende hin zu immer mehr regenerativen Energien müsse Strom künftig intelligenter verwendet werden, "nämlich dann, wenn er anfällt", sagte Beisiegel.

Organisiert wird der Feldversuch im Rahmen des Forschungsprojekts E-DeMa (Entwicklung und Demonstration dezentral vernetzter Energiesysteme hin zu einem elektronischen Marktplatz). Ein zweiter Feldversuch mit etwa 500 Teilnehmern soll in Krefeld starten. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Im Januar 2013 soll das Ministerium einen Abschlussbericht erhalten.