Umfrage

Große Mehrheit akzeptiert offenbar Windräder und Strommasten

Für eine rasche Energiewende würden vier von fünf Deutschen laut einer Emnid-Umfrage auch Windräder oder neue Stromtrassen in ihrer Nähe akzeptieren. Nur 19 Prozent der Teilnehmer lehnen dies ab, wie N24 einen Tag vor dem Gipfeltreffen Merkels mit den Ministerpräsidenten meldete.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der Ausbau der erneuerbaren Energien und des Stromnetzes ist zentrales Thema des Energiegipfels der Ministerpräsidenten bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag. Atomgegner forderten erneut einen schnellen Ausstieg aus der Kernkraft.

Nach der Atomkatastrophe von Japan hatte Merkel zunächst nur mit den Ministerpräsidenten jener Länder beraten, in denen Reaktoren stehen. Sie hatten das dreimonatige Moratorium beschlossen. Nun soll es in der großen Runde darum gehen, wie die Wende zu erneuerbaren Energien schneller bewältigt werden kann.

Atomausstieg mit Ökostrom

Der Bundesverband Erneuerbare Energie versprach, die Atomkraft bis spätestens 2020 komplett mit Ökostrom zu ersetzen. Mit Blick auf das Treffen bei Merkel mahnte Verbandspräsident Dietmar Schütz allerdings die Regierung, gesetzgeberisch schnell Hindernisse für Investitionen der Branche zu beseitigen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mahnte in der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen", beim Ausbau des Ökostroms die Bürger nicht zu übergehen: "Die meisten Forderungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien werden sich nicht so einfach durchsetzen lassen, wenn sie auch von den Bürgern nicht akzeptiert werden", sagte der CDU-Landeschef.

Wie es mit dem derzeit abgeschalteten Kernkraftwerk Biblis weitergehen soll, ließ Bouffier offen. Dafür gelte es das Ergebnis des Moratoriums abzuwarten. "Man kann die Energiewende nicht auf ein Ja oder Nein zu Biblis reduzieren", sagte er.

2015 oder 2017

Obwohl die schwarz-gelbe Bundesregierung die Laufzeiten der 17 Reaktoren erst im Herbst um durchschnittlich zwölf Jahre verlängert hatte, sieht der Grünen-Politiker Jürgen Trittin keine großen Hindernisse für eine Rückkehr zum Beschluss des Jahres 2000 zum Atomausstieg. Dafür bedürfe es auch keiner neuen Verhandlungen mit den Atomkonzernen, sagte der frühere Bundesumweltminister der "Sächsischen Zeitung". Mit der Laufzeitbegrenzung sei ein Klageverzicht der Konzerne verbunden gewesen, den die schwarz-gelbe Koalition nicht aufgehoben habe. Auch das endgültige Abschalten der sieben älteren Atomkraftwerke sei nach dem geltenden Atomgesetz möglich.

Während die Grünen einen Ausstieg bis 2017 anpeilen, fordert Greenpeace die Stilllegung aller Meiler bis 2015. Ein Konzept dafür übergab die Umweltorganisation an die Landesregierungen.