Krise ohne Ende

Größter kalifornischer Energieversorger stellt Konkursantrag

Die Energiekrise in Kalifornien hält weiter an: Das größte Energieunternehmen, die Pacific Gas and Electric Company, hat Konkursantrag gestellt um sich von mehreren Milliarden Dollar Schulden zu befreien.

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Die Stromversorgungsprobleme im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Das hochverschuldete Tochterunternehmen des Energiekonzerns PG&E, die Pacific Gas and Electric Company, hat am vergangenen Freitag Konkursantrag gestellt. Damit will sich das Unternehmen, das 13 Millionen Kunden versorgt und 20 000 Mitarbeiter beschäftigt, Schutz vor Gläubigern verschaffen um seine Geschäfte weiterführen zu können.


Während Kundenvertreter und auch der kalifornische Gouverneur Gray Davis den Antrag kritisierten weil das Mutterunternehmen ausreichend Gewinne verbucht hätte, um dem Versorger aus der Krise zu holen, gab der Energieversorger insbesondere der Politik die Schuld für diesen Schritt. Die Verhandlungen über die Wiederbeschaffung von neun Milliarden Dollar Mehrkosten aus Stromeinkäufen im Juni 2000 verliefen schleppend und hätten keinerlei Fortschritte gebracht. Derzeit macht das Unternehmen nach eigenen Angaben jeden Monat 300 Millionen Dollar Verlust durch nicht erstattete Energiekosten. Grund dafür ist die fehlgeschlagene Liberalisierungspolitik des Sonnenstaates, die es den Energieversorgern verbietet, die sprunghaft steigenden Strompreise an die Verbraucher weiterzugeben. Zudem war der niedrige Wasserstand in den Talsperren im Nordwesten der USA ein Grund für die seit Monaten anhaltende Energiekrise, die enorme Stromabschaltungen zur Folge hatte.