Greenpeace-Untersuchung

Größte Kohlendioxid-Quelle liegt in NRW

Eine Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace hat ergeben, dass im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln das europaweit meiste Kohlendioxid ausgestoßen wird. Daher lehnt die Umweltschutzorganisation den Bau eines neuen Kraftwerks in Neurath ab.

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Hamburg (red) - Der Kraftwerksstandort Rheinisches Braunkohlerevier ist die größte Kohlendioxid-Quelle Europas. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Öko-Instituts im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Auf internationalen Klimakonferenzen spielt Deutschland sich gerne als Vorreiter beim Klimaschutz auf. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus: Die Politiker haben bisher die Klimazerstörung durch die RWE-Braunkohlekraftwerke nicht gestoppt, sondern sogar mit kostenlosen Emissionsrechten subventioniert", kommentierte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

Das Rheinische Revier sei ein von der Braunkohle geprägtes Gebiet, in dem die vier großen Kraftwerke Niederaußem, Frimmersdorf, Neurath und Weisweiler entlang des Tagebaus Garzweiler stehen, erläuterte Smid. Zusammen würden sie fast 85 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr ausstoßen. "Das schlimmste ist, dass RWE jetzt plant, in Neurath noch ein weiteres Kohlekraftwerk zu bauen", so Smid weiter.

Das Ökoinstitut hat die großen Kohlendioxid-Quellen Europas analysiert. Dabei dominieren deutsche und polnische Kraftwerke die Liste der 30 Kraftwerke mit den höchsten Kohlendioxid-Emissionen. Der Energiekonzern Vattenfall betreibt die Kraftwerke in Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe im Lausitzer Revier und stößt pro Jahr 51 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus. In Polen gibt es im Süden eine Ballung von Kraftwerksstandorten.