Studie

Greenpeace wirft Regierung Verfehlung der Klimaziele vor

Nach Ansicht von Greenpeace verfehlt Deutschland seine Ziele bei der Klimapolitik. Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie würden mit den geplanten Klimaschutz-Maßnahmen nur maximal 160 Millionen Tonnen Treibhausgase statt der angestrebten 270 Millionen Tonnen eingespart.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Damit bleibe Deutschland hinter dem selbst gesteckten Ziel zurück, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um bis zu 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Die Verwässerung der Gesetzesvorlagen sei "ein Kniefall der Bundesregierung vor den Interessen der Stromkonzerne und der Automobilindustrie", sagte Greenpeace-Klimaexperte Andree Böhling. Das Aachener Institut EUtech prüfte die Wirksamkeit der 29 Klimaschutz-Maßnahmen, die im August bei der Kabinettsklausur in Meseberg vereinbart wurden.

Greenpeace kritisierte vor allem die "unverbindlichen Maßnahmen" in den Bereichen Kraftwerke, Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, Verkehr und Gebäudeenergie. Die Organisation forderte unter anderem, die Pläne der Energiewirtschaft für den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stoppen. Stattdessen sollte ein verstärkter Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der Erneuerbaren Energien erfolgen.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei die "Kanzlerin des sozial-ökologischen Wortbruchs": "Erst der Verrat beim Mindestlohn und jetzt wird auch der Klimaschutz den Lobbyinteressen geopfert."