Klimaschutz

Greenpeace will 20 Prozent erneuerbare Energien bis 2020 erreichen

Anlässlich der EU-Konferenz zur Zukunft der Energiepolitik in Europa haben Greenpeace-Aktivisten für verbindliche Ziele im Bereich erneuerbare Energien demonstriert. Greenpeace fordert für Europa bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 20 Prozent erneuerbarer Energien. Im Kyoto-Abkommen waren hingegen nur 12,5 Prozent vereinbart worden.

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Ein zwei Tonnen schweres Rotorblatt einer Windkraftanlage haben heute Morgen rund 60 Greenpeace-Aktivisten vor das Berliner Congress Center am Alexanderplatz getragen. Damit demonstrierten die Umweltschützer anlässlich der heute beginnenden "EU-Konferenz zur Zukunft der Energiepolitik in Europa" für verbindliche europaweite Ziele für erneuerbare Energien.

Delegierte aus den neuen und alten EU-Mitgliedsländern verhandeln auf dem dreitägigen Treffen unter der Schirmherrschaft von EU-Energiekommissarin Loyola de Palacio und Bundesumweltminister Jürgen Trittin über die zukünftige Energiepolitik in Europa. Damit bereiten sie sich auf die "Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien" (Renewables 2004) vor, die von 1. bis 4. Juni in Bonn stattfindet.

Von herausragender Bedeutung ist nach Ansicht von Greenpeace die Frage, welches Ziel bis zum Jahr 2020 erreicht werden soll. Um das Klimaschutzabkommen von Kyoto zu erfüllen, hat die EU bereits festgelegt, erneuerbare Energien bis 2012 auf einen Anteil von 12,5 Prozent an der Strom- und Wärmeerzeugung zu heben. Greenpeace hält dagegen 20 Prozent bis 2020 für technisch machbar.

"Diese Konferenz bietet eine große Chance für den Schutz des Klimas", sagt Greenpeace-Energieexperte Sven Teske. "Wenn sich Europa jetzt auf fortschrittliche Ziele für erneuerbare Energien einigt, ist das ein wichtiger Schritt zum internationalen Solargipfel in Bonn. Die EU-Länder dürfen sich aber nicht dem Druck der Energiekommissarin Loyola de Palacio beugen. Sie redet der Kohle- und Atomlobby nach dem Mund und tut alles, um erneuerbare Energien aufzuhalten", moniert Teske.

Nachdem es im September 2002 auf dem UN-Gipfel in Johannesburg nicht zu einer Einigung gekommen war, hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder nach Bonn zur "Renewables 2004" eingeladen. Inzwischen haben sich mehr als 80 Länder zu dem internationalen Gipfel angemeldet. Ein gemeinsames Ziel für die Industriestaaten Europas hätte aus Sicht von Greenpeace eine wichtige Vorbildfunktion für die teilnehmenden Länder aus Asien, Afrika und Südamerika.