Kohlekraftwerke

Greenpeace warnt: EU-Staaten verfehlen Kyoto-Ziel

Durch den Neubau von Kohlekraftwerken werden viele europäische Staaten ihre aktuellen Klimaschutzziele verfehlen, warnt Greenpeace unter Berufung auf eine Analyse zu Kohlekraftwerken. Allein in Deutschland seien 33 von europaweit 68 Kohlekraftwerken geplant oder bereits im Bau.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Mit diesen Ausbauplänen wird Deutschland zu einem der größten Bremser bei der Verminderung von Treibhausgasen, so die Umweltschützer. "Kein anderes europäisches Land setzt so auf Kohle wie Deutschland. Wer wie Umweltminister Gabriel jetzt noch den Neubau von Kohlekraftwerken zulässt, hat nicht begriffen, welche Schritte beim Klimaschutz nötig sind", so die Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne.

Die in Deutschland geplanten 33 Kohlekraftwerke, von denen bereits sechs im Bau sind, werden jährlich rund 140 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen, so Greenpeace. Deutschland habe zurzeit einen CO2-Ausstoß von rund 880 Millionen Tonnen. An zweiter Stelle beim Kohlekraftwerksbau in Europa folgen Großbritannien und Italien mit jeweils acht Anlagen. Die Slowakei oder Frankreich dagegen, die jeweils nur ein neues Kohlekraftwerk planen, würden ihre Kyoto-Verpflichtungen erfüllen können. Greenpeace fordert daher Bundeskanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel auf, ein Neubauverbot für Kohlekraftwerke zu verhängen.

Die Zielmarke der Europäischen Union sind 30 Prozent Treibhausgasreduktion bis zum Jahr 2020. Dafür wollen sich die EU-Staaten auf der Klimakonferenz in Bali im Dezember einsetzen. "Wenn die EU-Minister mit ihrem Arbeitspaket nach Bali reisen, müssen sie sich nicht nur für die Aufnahme von Verhandlungen über ein Kyoto-Anschlussprotokoll einsetzen. Sie müssen darüber hinaus endlich dafür Sorge tragen, dass die Klimaschutzziele auch umgesetzt werden", sagt Goerne.