Gundsatzdebatte

Greenpeace und Atomforum streiten über Subventionskosten

Die Nutzung der Atomenergie hat nach Berechnungen der Umweltschützer von Greenpeace in den vergangenen 60 Jahren mindestens 204 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln gekostet. Das Deutsche Atomforum bestreitet das und spricht von unseriösen Berechungen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hamburg (dapd/red) - Weitere 100 Milliarden kommen laut Greenpeace in Zukunft noch hinzu - auch ohne die von der Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Diese Kostenrechnung findet sich in einer am Mittwoch von Greenpeace veröffentlichten aktualisierten Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft.

Die dort genannten 204 Milliarden Euro Fördermittel setzen sich demnach zusammen aus direkten Finanzhilfen des Bundes wie Forschungsförderung, Kosten für die Atommüllendlager Asse II und Morsleben oder die Stilllegung der ostdeutschen Meiler. Hinzu kommen Steuervergünstigungen in der Energiebesteuerung und durch die Regelungen bei den Entsorgungsrückstellungen sowie Zusatzeinnahmen durch den Emissionshandel.

Jede Kilowattstunde Atomstrom werde so mit mindestens 4,3 Cent subventioniert, rechnete Greenpeace vor. Das sei mehr als doppelt so viel wie die Förderung alternativer Energien über das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) derzeit ausmacht.

Greenpeace prangerte zudem an, dass der Subventionsbericht der Bundesregierung die tatsächlichen Kosten verschleiere. Dort seien lediglich Atomsubventionen von rund 200 Millionen Euro bis zum Jahr 2010 aufgelistet. Ursache für die Differenz sei der äußerst eng gefasste Subventionsbegriff der Regierung, in dem nur die Kompensationen für Land- und Forstwirtschaft nach dem Tschernobyl-Unfall zeitweise erfasst wurden.

Das Deutsche Atomfoum bezeichnete die Greenpeace-Zahlen als unseriös. Keiner der 17 noch im Betrieb befindlichen Atomreaktoren habe staatliche Finanzhilfen erhalten. Greenpeace verwende irreführende Zahlen, hieß es.