Greenpeace: TÜV Nord hat sich disqualifiziert

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"Seit dem Skandal um die gefälschten Sicherheitspapiere für Brennelemente für das Atomkraftwerk Unterweser hat sich der TÜV Nord als unabhängiger Gutachter disqualifiziert." So sieht das jedenfalls die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die herausgefunden hat, dass in Niedersachsen etwa 85 Prozent der Kontrollaufträge an die Prüfer vom TÜV Nord gehen. Aufgrund eines - von den Umweltschützern erstellten - Berichtes, sollen beim TÜV Nord in Hannover und Hamburg "interne Diskussionen unterdrückt und unbequeme Fakten teilweise verheimlicht worden sein". Greenpeace wirft der Organisation weiterhin vor, dass es bei "unbequemen Entscheidungen zu Lasten der Atomindustrie Anweisungen an die Prüfer gegeben habe". Damit haben die Prüfer ihr "Gutachtermonopol" aufs Spiel gesetzt.


In den Bericht haben die Umweltschützer aus der Zentrale in Hamburg die vorgeworfenen Unklarheiten detailliert beschrieben. Diese gehen bis in Jahr 1983 zurück. U.a. wird den Prüfern vorgeworfen, 1983 ein Gutachten den Wünschen der Betreiber des Kraftwerks Grohnde angepasst zu haben und 1995 gleichzeitig als Gutachter für Antragssteller und Genehmigungsbehörde des Endlagers Schacht Konrad gearbeitet zu haben. Greenpeace fordert deshalb, neue, unabhängige Gutachter zu fördern, um den Wettbewerb zu beleben. Außerdem sollten alle Gutachten frei zugänglich sein, um eine bessere Kontrolle zu ermöglichen.