Instabil

Greenpeace: Tschernobyl-Sarkophag vom Einsturz bedroht

Der Zustand Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine ist 20 Jahre nach dem Unfall katastrophal. Das geht aus einem Bericht hervor, den Greenpeace gestern veröffentlichte. Die Schutzhülle aus Stahl und Beton, mit der die Reaktorruine von der Umwelt abgeschottet werden soll, sei vom Einsturz bedroht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der so genannte Sarkophag über dem Unglücksreaktor von Tschernobyl ist laut Greenpeace vom Einsturz bedroht. "In den letzten 20 Jahren ist viel zu wenig geschehen, um die Region vor dem explodierenden Reaktor zu sichern", sagte Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer in Hamburg. Die Konstruktion über dem Reaktor sei instabil, durch Löcher in der Schutzhülle gelange radioaktiver Staub nach außen.

Auch der neue internationale Plan, die Schäden auszubessern und eine große Schutzhülle über den Reaktor zu schieben, sei nur eine "Übergangslösung". "Damit überlassen wir die Probleme von Tschernobyl den nachfolgenden Generationen, weil niemand in der Lage ist, die Folgen der Katastrophe auch nur annähernd zu lösen", sagte Breuer.

Der Reaktor 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl in der Ukraine war am 26. April 1986 nach einer atomaren Kettenreaktion explodiert. Um die freigesetzte Strahlung abzuschirmen, wurde in den ersten Monaten nach dem größten anzunehmenden Unfall (GAU) ein Sarkophag über der Reaktorruine errichtet.