Überschwemmungen

Greenpeace: Stromkonzerne müssen Kosten für Klimawandel übernehmen

Die Überschwemmungen in Süddeutschland sind laut Greenpeace eine Folge des steigenden Ausstoßes von Kohlendioxid, was wiederum daran liegt, dass die deutschen Stromkonzerne weiterhin auf Kohle setzen. Daher sollten die Kosten für brechende Dämme von ihnen übernommen werden, sagen die Umweltschützer.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) -Die Flutkatastrophe in Süddeutschland entspricht genau den Szenarien des Klimawandels, die Wissenschaftler voraussagen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht darin einen weiteren Beleg dafür, dass der Klimawandel schon begonnen hat. Hitzewellen in Südeuropa und sintflutartige, tagelange Regenfälle im Alpenraum seien die Wetterextreme, die bei steigendem Ausstoß von Kohlendioxid drohen.

"Jetzt gilt es zu allererst, den Menschen vor Ort zu helfen", sagte Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. "Wir müssen aber auch die Verursacher des Klimawandels benennen. Es ist nicht einzusehen, dass der Staat die Kosten von Überschwemmungen nur aus Steuergeldern bezahlt. Vielmehr muss die Industrie als Verursacher des Klimawandels in die Pflicht genommen werden. Solange Stromkonzerne auf klimaschädliche Kohle setzen, sollte der Staat sie auch zur Kasse bitten, wenn Dämme brechen", führte er aus.

Ursache für die starken Regenfälle im Alpenraum ist laut Greenpeace die so genannte 5b-Wetterlage: Die Wolken über dem warm-feuchten Mittelmeerraum saugen sich mit Wasser voll, ziehen gegen den Uhrzeigersinn über Österreich, Ungarn und Polen und verursachen über Land Starkniederschläge. Für die Umweltschützer ist das ganz klar eine Folge des Klimawandels. Ihre Kritik: Stromkonzerne wie RWE und E.ON hätten ihre Verantwortung für den Klimawandel bislang nicht angenommen. Statt Klimaschutz zu betreiben, spekulieren sie mit den Zertifikaten zum Ausstoß von Kohlendioxid und treiben die Strompreise in die Höhe.