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Greenpeace: Stromkennzeichnung (noch) kein Gewinn für den Verbraucher

Seit 15. Dezember 2005 besteht in Deutschland für Energieversorger nach dem Energiewirtschaftsgesetz die Pflicht der Stromkennzeichnung. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat eine enttäuschende 100-Tage-Bilanz gezogen und macht Vorschläge zur Verbesserung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Nach etwa 100 Tagen Stromkennzeichnung hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Umsetzung des entsprechenden Gesetzes unter die Lupe genommen. Die Umweltschützer haben die Darstellungen ausgewählter Energieunternehmen untersucht, die per Gesetz dazu verpflichtet wurden, den Energieträgeranteil der Stromerzeugung zu veröffentlichen.

Die Ergebnisse sind in den Augen von Greenpeace enttäuschend: Die derzeitige Form der Stromkennzeichnung verhindere wegen der unterschiedlichen Darstellungen, dass der Verbraucher die Angebote einfach vergleichen kann. Greenpeace fordert daher von der Bundesregierung, die Stromkennzeichnung gesetzlich so festzulegen, dass sie dem Verbraucher Transparenz und Vergleichbarkeit bietet. "Die 100-Tage-Bilanz der Stromkennzeichnung ist ernüchternd. Ziel verfehlt, zurück auf Start. Anstatt eine einheitliche Darstellung vorzugeben wie bei der Verbrauchskennzeichnung von Elektrogeräten, lässt der Gesetzgeber einen viel zu großen Spielraum", kommentierte Jörg Feddern, Energieexperte bei Greenpeace.

Die Untersuchung zeige auch, dass die Unternehmen unterschiedlich detaillierte Informationen veröffentlichen, zum Beispiel zu den fossilen Energiequellen. So erhält der Verbraucher meist keine Informationen darüber, wie groß der Anteil an Kohle oder Erdgas bei der Stromerzeugung ist. "Der Verbraucher muss erfahren können, ob sein Strom überwiegend aus extrem klimaschädlicher Braunkohle oder aus klimafreundlicherem Erdgas hergestellt wird", fordert Feddern daher.

Greenpeace hat die Informationen der beiden größten unabhängigen Ökostromanbieter und der 20 größten herkömmlichen Energieversorger untersucht. Die verwirrende Vielfalt der Darstellungen hat die Organisation in einheitliche Informationsgrafiken übertragen, mit denen Stromkunden das Angebot vergleichen können. Diese Darstellung soll ein Vorschlag sein, wie eine einheitliche Stromkennzeichnung aussehen kann.

Weiterführende Links
  • Download der Greenpeace-Informationsgrafik zu den Darstellungen von 22 Versorgern - hier klicken