Standpunkt

Greenpeace setzt auf Erdgas als Brückentechnologie

Greenpeace setzt sich in der Diskussion um einen künftigen Energiemix für Erdgas als Brückentechnologie ein. "Erdgas ist die einzige Brücke, die auf lange Sicht trägt", sagte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling am Mittwoch in Berlin. Atomenergie sei zu unflexibel und deshalb "unbrauchbar".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Erdgas werde mit seinen Möglichkeiten einen immer größeren Anteil am Energiegeschehen haben, betonte Martin Fischedick vom Wuppertal Institut, das die Potenziale verschiedener Energieträger als Brücken- und Ergänzungstechnologien zu erneuerbaren Energien untersucht. Vor allem die Flexibilität und Dynamik von Erdgaskraftwerken im Vergleich zu Kohle- und Atommeilern zeichne Erdgaskraftwerke aus.

Dazu seien sie im Vergleich zur Kohle klimafreundlicher. Die dynamischen Einspeisungsänderungen von Wind- und Solarenergie könnten daher nur mit Erdgas sinnvoll ausgeglichen werden. Er sprach sich für den Bau von 11 bis 20 neuen Erdgaskraftwerken bis zum Jahr 2020 aus.

Eine Absage erteilte Greenpeace verlängerten Laufzeiten für Atomkraftwerke. "Atom ist wegen mangelnder Flexibilität" im Zeitalter der erneuerbaren Energien "unbrauchbar", betonte Böhling. Außerdem verhinderten Laufzeitverlängerungen neue Investitionen in die erneuerbaren Energien. Ferner forderte Böhling politische Maßnahmen zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, der Gebäudeenergieeffizienz und ein Kohle-Ausstiegs-Gesetz.