Nicht ganz dicht

Greenpeace protestierte gegen Gorleben

Gegen die Pläne der CDU, den Salzstock Gorleben nach einem Regierungswechsel zum Endlager für hoch radioaktiven Atommüll zu machen, protestieren gestern etwa 50 Greenpeace- Aktivisten in den Zufahrten zum Gelände. "Gorleben: Nicht ganz dicht, Frau Merkel!" stand auf den Bannern und Handschildern.

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Hamburg (red) - Im neuen Wahlprogramm und im Energie-Positionspapier habe die CDU erklärt, dass sie den Salzstock wieder auf seine Eignung prüfen, aber keine alternativen Standorte für den strahlenden Abfall untersuchen will, begründeten die Umweltschützer ihren Protest. Nach einer neuen Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace lehnen aber 58 Prozent der Menschen in Deutschland die Endlagerung von radioaktivem Müll in Gorleben ab, unter den 14 bis 29-Jährigen sind es sogar 73 Prozent. "Diese eindeutigen Zahlen haben uns positiv überrascht. Sie zeigen, dass trotz jahrelanger und teils gezielter Fehlinformation seitens CDU und Atomlobby in der Bevölkerung angekommen ist, dass Gorleben als Endlager nicht geeignet ist", kommentierte Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace.

Obwohl der Salzstock seit Anbeginn stark umstritten ist, sei er für die Erkundung so ausgebaut worden, wie es für ein Endlager erforderlich wäre. "Die CDU täuscht die Öffentlichkeit. Wenn sie wieder Zeit und Geld in Gorleben investiert, will sie das Gelände als Endlager zementieren", ist sich Breuer sicher. "Offensichtlich will sich Merkel entschlossen zeigen. Aber einen undichten Salzstock durch Atomüll zu einer Gefahr für die Menschen in der Region zu machen, ist ein falscher Entschluss." Greenpeace forderte daher, Gorleben als Endlagerstandort aufzugeben.

Laut Greenpeace fehlt im Salzstock das erforderliche wasserdichte Deckgebirge auf einer Fläche von 7,5 Quadratkilometern. In dieser so genannten "Gorlebener Rinne" lägen Geröll und Grundwasser direkt auf dem Salz. Damit bestehe die Gefahr, dass aus dem Atommüll gelöste Radionuklide in das Grundwasser gelangen und dieses verseuchen.