Abschalten!

Greenpeace protestiert auf Parteitag der Grünen für Atomausstieg

Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace verlieren "Die Grünen" ihr Gesicht, wenn sie dem Kompromiss um das Atomkraftwerk Obrigheim zustimmten. Die Aktivisten empfinden die Laufzeitverlängerung des ältesten Reaktors Deutschland nur als den Anfang. Sie forderten auf dem Parteitag in Bremen ein klares Zeichen von den Grünen.

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Für ein schnelles Abschalten des Atomkraftwerks Obrigheim haben Greenpeace-Aktivisten heute beim Parteitag der Grünen in Bremen protestiert. "Die Grünen verlieren an Substanz, je länger das Ende der Atomkraft verzögert wird", sagte Sven Teske, Energie-Experte von Greenpeace. "Wir fordern die Parteitagsdelegierten auf, dem faulen Kompromiss zwischen Schröder und Trittin zu Obrigheim nicht zuzustimmen und sich für einen konsequenten Atomausstieg einzusetzen."

Greenpeace warnt davor, dass die Laufzeitverlängerung für Obrigheim nur der Anfang ist: "Wie will die Regierung denn bei anderen alten Reaktoren eine längere Laufzeit abschlagen, wenn es für den Uralt-Reaktor Obrigheim eine Verlängerung gibt?" fragt Teske. Rechtlich zulässig wäre sogar, dass für Obrigheim selbst nach Ablauf der nun vereinbarten 5500 Gigawattstunden ein weiterer Antrag auf Laufzeitverlängerung gestellt wird. "Die grüne Delegierten müssen jetzt ein klares Zeichen setzen. Sie haben sich lange genug von Schröder und Trittin hinters Licht führen lassen. Obrigheim muss schnell vom Netz. Ausnahmen vom Ausstieg für alte Reaktoren darf es nicht geben."