Atommüll

Greenpeace protestiert auf Castor-Verladekran in Dannenberg

1977 hatte der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Ernst Albrecht (CDU) den Salzstock Gorleben nahe der Grenze zur DDR aus rein politischen Erwägungen als möglichen Endlagerstandort ins Spiel gebracht. Bereits 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass sich über dem Gorlebener Salzstock keine durchgehende wasserdichte Tonschicht befindet.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Gegen den bevorstehenden Transport von zwölf Castorbehältern mit Atommüll ins Wendland protestieren seit heute Morgen 20 Greenpeace-Aktivisten am und auf dem Castor-Verladekran am Bahnhof Dannenberg. Die Umweltschützer sind auf das Dach des Krangebäudes geklettert und haben an der Fassade ein sieben mal neun Meter großes Banner befestigt: "Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist."

Greenpeace fordert von der Bundesregierung, die Castor-Transporte zu beenden, den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben und mit der Suche nach einer anderen, weniger gefährlichen Möglichkeit der Entsorgung zu beginnen. "Der Salzstock in Gorleben ist geologisch für die Lagerung von Atommüll völlig ungeeignet", sagt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler. "Wenn die Bundesregierung dort Atommüll vergräbt, setzt sie die Trinkwasserversorgung kommender Generationen aufs Spiel."

Der Salzstock sei nicht komplett vom Wasserkreislauf getrennt, argumentieren die Umweltschützer.Radioaktive Partikel könnten langfristig ins Grundwasser gelangen. Greenpeace erwartet für die Woche ab dem 10. November 2003 zwölf Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.