Sicherheitsmängel

Greenpeace: Merkel untersagte 1997 Sicherheitsüberprüfung von Krümmel

Greenpeace wirft Bundeskanzlerin Merkel vor, als frühere Umweltministerin eine genauere Sicherheitsüberprüfung beim Atomkraftwerk Krümmel untersagt zu haben. Dies geht aus einer Weisung des Bundesumweltministeriums an das schleswig-holsteinische Energieministerium aus dem Jahr 1997 hervor, teilte Greenpeace am Freitag mit.

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Hamburg (ddp-nrd/red) - Das Umweltministerium habe die Weisung vor allem mit der Notwendigkeit von bundeseinheitlichen Standards bei Sicherheitsüberprüfungen begründet. Das Energieministerium hatte zuvor eine gesonderte Überprüfung des Reaktors aufgrund von bestehenden Sicherheitsmängeln angeordnet.

Mängel an Krümmel wären damals aufgeflogen

"Es ist unverantwortlich, dass Angela Merkel eine genaue Überprüfung verhindert hat. Es ist zu vermuten, dass das AKW Krümmel bei einer genaueren Untersuchung 1997 nicht wieder ans Netz gegangen wäre", sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. So wären die "offenkundigen Mängel des Reaktordruckbehälters aufgeflogen", die die Sicherheit des Atomkraftwerks beeinflussen. Damals sei auch der Grundstein für die mangelnde Sicherheitskultur von Vattenfall gelegt worden. Merkel, die heute Vattenfall rügt, hätte das selbst verhindern können.