Ausstiegsplan

Greenpeace legt Konzept für Atomausstieg bis 2015 vor

Laut Greenpeace ist ein problemloser Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland bereits 2015 möglich. Einen Tag vor dem Energiegipfel in Berlin übergaben Greenpeace-Vertreter den Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer ein neues Energiekonzept. Dieses besagt auch, dass einige Kohlekraftwerke nicht nötig seien.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Laut dem Energiekonzept könnten die 17 deutschen Meiler bis 2015 stillgelegt werden, ohne dass negative Folgen für die Sicherheit der Stromversorgung, den Klimaschutz oder die Energiekosten entstünden.

Atomausstieg ohne negative Folgen fürs Klima

Gehen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz, müssen den Angaben zufolge Kraftwerkskapazitäten von 21.000 Megawatt ersetzt werden. Dies könne in jedem Jahr und zu jeder Zeit ohne Stromimporte gewährleistet werden. Greenpeace setzt dabei auf Windstrom und Solaranlagen sowie neue Gaskraftwerke.

Die Berechnungen hätten zudem ergeben, dass weniger Kohlekraftwerke benötigt werden als zurzeit im Bau und in Planung sind. Neue Braunkohlekraftwerke wie Neurath oder Boxberg würden in Deutschland nicht mehr gebraucht. Auch auf den größten Teil der sich bereits in Bau befindlichen Steinkohlekraftwerke wie Moorburg und Datteln könne verzichtet werden. Ab 2013 könne sogar mit der Abschaltung alter, besonders klimaschädlicher Kohlekraftwerke begonnen werden.

Für den Atomausstieg sind auch einige Kohlekraftwerke verzichtbar

Demnach könnten die sieben ältesten AKW sowie Krümmel abgeschaltet bleiben. Das AKW Neckarwestheim 2 könne noch dieses Jahr stillgelegt werden und zwischen 2012 bis 2015 können jedes Jahr zwei weitere Reaktoren vom Netz gehen. Das letzte AKW würde 2015 abgeschaltet werden. Dies sei möglich, weil im bestehenden Kraftwerkspark Überkapazitäten bestehen und bereits 20 neue Erdgaskraftwerke und 10 Windparks auf dem Meer in Bau und Planung seien.

Am Freitag (15. April) treffen in Berlin die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen, um über die Energiepolitik zu beraten.