TopRunner

Greenpeace legt Gesetzentwurf gegen Energieverschwendung vor

Das "Top Runner"-Konzept von Greenpeace sieht vor, dass zum Beispiel Hersteller von Toastern, Staubsaugern oder Heizkesseln jeweils untereinander in Wettbewerb um den geringsten Energieverbrauch treten. Unter den besten wird ein Standard als Richtwert ermittelt (so genannter "Benchmark").

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat heute unter dem Namen "Top Runner" einen Entwurf für ein Gesetz vorgelegt, das die Energieverschwendung durch minderwertige Elektrogeräte wirksam bekämpfen soll. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: In der vergangenen Woche hatte der Europäische Rat die "Ökodesign-Richtlinie" verabschiedet. Diese Richtlinie ermöglicht der EU, Vorgaben für die technische Gestaltung von Elektrogeräten zu machen.

Der Greenpeace-Vorschlag ergänzt diesen Ansatz nun durch das "Top Runner"-Konzept: Die besten Geräte setzen den Standard für die Entwicklung aller Produkte. Dadurch bekämen Hersteller von Qualitätsware ein Werkzeug in die Hand, mit dem sie ihre Konkurrenz unter Druck setzen und sich so einen Wettbewerbsvorteil sichern können. "Wenn Energieverschwendung im Wettbewerb benachteiligt wird, entsteht ganz schnell eine Dynamik zu Gunsten von effizienten Geräten", erklärte Jonas Mey, Energieexperte von Greenpeace. "Pfiffige Ingenieure können so klimaschädliche Energieverschwendung schnell bekämpfen. Wettbewerb könnte da effektiver wirken als ordnungsrechtliche Vorgaben. Es reicht, den rechtlichen Rahmen zu schaffen, in dem sich solche Innovationen lohnen."

Das "Top Runner"-Konzept von Greenpeace sieht vor, dass zum Beispiel Hersteller von Toastern, Staubsaugern oder Heizkesseln jeweils untereinander in Wettbewerb um den geringsten Energieverbrauch treten. Unter den besten wird ein Standard als Richtwert ermittelt (so genannter "Benchmark"). Geräte, deren Energieverbrauch den Richtwert unterschreiten, bekommen die Bestnote 1. Geräte mit höherem Energieverbrauch die Noten 2 bis 5, wobei die schlechtesten Klassen 4 und 5 zusätzlich mit einem Warnhinweis versehen werden müssen. Der Richtwert wird jedes Jahr angepasst und orientiert sich dabei an den aktuell besten Geräten, so dass der Anreiz zu fortwährender Energieoptimierung bestehen bleibe.