Tschernobyl-Jahrestag

Greenpeace lässt Schwarzenegger Atomstrom mixen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat sich kürzlich vor der E.ON-Zentrale mit einer satirischen Darstellung der Schwarzenegger-Werbung für eine Stromkennzeichnung ausgesprochen. Gleichzeitig kritisierte sie, dass E.ON über seine Beteiligung an einem russischen Energieunternehmen Strom aus umstrittenen Atomreaktoren verkauft.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mit einer satirischen Darstellung der Arnold Schwarzenegger-Werbung für den E.ON-Strommix ("Mix it, Baby!") protestierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace kürzlich vor der Münchener Zentrale des Konzerns. Die Aktivisten sprachen sich dabei für ein neues Konzept zur Stromkennzeichnung aus. Dazu hatten sie ein Plakat, auf dem Schwarzenegger anstelle eines Mixers ein Atomkraftwerk in der Hand hält, an die Fassade des Konzerns montiert.

Mit der Aktion will Greenpeace darauf aufmerksam machen, dass E.ON über seine Beteiligung an einem russischen Energieunternehmen Strom aus Atomreaktoren des "Tschernobyl"-Typs RBMK verkauft. Nach Greenpeace-Angaben bezieht E.ON über die Firma Lenenergo St. Petersburg Atomstrom aus dem nahe gelegenen Kraftwerk Sosnowi Bor. In Litauen profitiere E.ON durch die Beteiligungen an einem Regionalversorger vom Stromverkauf aus dem "Tschernobyl"-Reaktor Ignalina, so die Vorwürfe der Organisation. "Es ist ein Skandal, das E.ON sich Schritt für Schritt in den osteuropäischen Strommarkt einkauft und genau 16 Jahre nach dem katastrophalen Unfall von Tschernobyl Strom aus Reaktoren gleicher Bauart verkauft," kommentierte Greenpeace-Energieexperte Sven Teske.

Derzeit novelliert die europäische Kommission die seit 1996 für Strom geltende EU-Binnenmarktrichtlinie. Diese regelt die Öffnung der europäischen Strommärkte. In diesem Rahmen wird die europaweite Kennzeichungspflicht für Strom und der grenzüberschreitende Ausbau der Stromnetze diskutiert. Greenpeace fordert, dass künftig die Erzeugungsart des Stroms, sowie die damit verbundenen Umweltauswirkungen (z.B. Kohlendioxidemissionen, Atommüllproduktion) und das Herkunftsland offengelegt werden. Diese Informationen müssen allen Stromkunden in einer klaren und verständlichen Form mit jeder Rechnung vorliegen.