Debatte geht weiter

Greenpeace-Kritik an Braunkohle-Subventionen

Hinsichtlich der Diskussion um die staatliche Subventionierung von Braunkohle vertritt die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine klare Meinung: "Abschaffung der Braunkohlesubventionen und Schluss", ist die Meinung von Gabriela von Goerne. Dem Verbraucher, so die Energieexpertin, werde "permanent Sand in die Augen gestreut".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - In der Diskussion um die Subventionierung von Braunkohle hat die Greenpeace-Energieexpertin Gabriela von Goerne konstatiert, dass den Verbrauchern beim Thema Stromkosten "permanent Sand in die Augen gestreut" werde. Klimaschädliche Braunkohle, so von Goerne, werde staatlich gefördert, "um den Preis von Kohlestrom künstlich niedrig zu halten".

"Die Subventionierung der Klimazerstörung durch die Bundesregierung muss endlich ein Ende finden", so von Goerne. Die zunehmende Nutzung von Braunkohle führe seit 1999 zu steigenden Kohlendioxid-Emissionen, die die Erde weiter aufheizten. Allein die Kosten der Hitzewelle 2003 in Europa würden nach Schätzungen von Wirtschaftsexperten mit 10 bis 17 Milliarden Euro beziffert. Solche Schäden würden den Mitverursachern des Klimawandels - wie etwa den Braunkohle-Riesen Vattenfall und RWE - nicht in Rechnung gestellt.

Die Studie des Wuppertal-Institus beziffert dieseso genannten externen Kosten auf bis zu 25 Milliarden Euro. Würde man sie auf den Strompreis umlegen, also "internalisieren", ergäben sich Kostensteigerungen von bis zu 15,9 Cent pro Kilowattstunde für Braunkohlestrom, der zur Zeit bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde liegt. Für klimaneutrale Windenergie oder Biomasse lägen die so genannten "Stromgestehungskosten" im Vergleich dazu zwischen sieben bis zehn für Wind, beziehungsweise fünf bis 15 Cent für Biomasse.

"Die Nutzung von Braunkohle ist weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar", so von Goerne. "Es stellt sich die Frage, weshalb Herr Clement an dieser Energie festhält. Schon jetzt wird es schwierig, die Klimaschutzziele von Kyoto einzuhalten. Weitergehende Ziele - 40 Prozent weniger Kohlendioxid bis 2020 - sind mit Braunkohle nicht zu erreichen. Deshalb kann die Forderung nur sein: Abschaffung der Braunkohlesubventionen und Schluss."