Erneuerbare Energien

Greenpeace: Klimakollaps lässt sich noch vermeiden

Laut einem von Greenpeace und dem EREC vorgelegten Report kann mit einem massiven Ausbau Erneuerbarer Energien der Ausstoß von Kohlendioxid bis zum Jahr 2050 halbiert werden. Deutschland als Weltmarktführer der Wind- und Solarindustrie könnte dabei besonders profitieren.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Mit einem sofortigen umfassenden Umbau der weltweiten Energieversorgung kann der drohende Klimakollaps noch aufgehalten werden. Das ist die Kernaussage des Reports "Energie (R) evolution - Ein nachhaltiger Weg zu einer sauberen Energie-Zukunft für die Welt", den Greenpeace mit dem Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energie Industrie (EREC) gestern in Brüssel und Berlin vorgestellt hat.

Demnach lasse sich mit dem massiven Ausbau klimaneutraler Energien und Fortschritten bei der Energieeffizienz der CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 halbieren. "Wir haben in Deutschland das technische und wirtschaftliche Potenzial, bis 2050 die Hälfte unseres aktuellen Energiebedarfes aus Erneuerbaren Energien zu decken", so Ralf Bischof, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). "Wenn es zudem gelingt, durch Effizienzmaßnahmen den Energieverbrauch auch nur um einen Prozentpunkt pro Jahr zu reduzieren, kann der Anteil sogar bei über 80 Prozent liegen."

Wirtschaftswachstum ohne Klimazerstörung möglich

Der Report wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrttechnik und 30 weiteren Wissenschaftlern und Ingenieuren aus der ganzen Welt erarbeitet. Ihm liegen gängige Prognosen zum weltweiten Wirtschaftswachstum zugrunde, besonders in China, Indien und Afrika werde dabei mit schnellen Zuwachsraten gerechnet.

"Es gibt ein Wirtschaftswachstum ohne Klimazerstörung", meint der Energie-Experte Jörg Feddern von Greenpeace. Erneuerbare Energien seien wettbewerbsfähig, "wenn die Regierungen die Subventionen für fossile und atomare Energien abbauen". Greenpeace fordert daher die Regierungen auf, die Subventionen für Kohle und Atom bis 2010 einzustellen.

Gute Chancen für Weltmarktführer Deutschland

Darüber hinaus zeige der Report, dass erneuerbare Energien künftig eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft spielen werden. "Das Wachstum der Wind- und Solarindustrie könnte sich alle drei Jahre verdoppeln", sagt Oliver Schäfer, Politik-Direktor der Erneuerbaren Energien Industrie. Gerade Deutschland könnte dabei als Weltmarktführer dieser Techniken besonders profitieren. Schon im letzten Jahr betrug der Exportanteil der Erneuerbaren-Energien-Branche mehr als 60 Prozent. Wenn sich die deutschen Unternehmen am Weltmarkt weiterhin optimal positionierten, könne das Exportvolumen im Bereich Erneuerbarer Energien zukünftig in der Größenordnung der deutschen Automobilindustrie liegen, schätz die Informationskampagne für Erneuerbare Energien.

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