Datensammlung

Greenpeace-Kalender: 365 Gründe gegen Atomkraft

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die 365 schlimmsten Ereignisse in Zusammenhang mit der Atomkraft in einem neuen Jahreskalender zusammengestellt. Die Datensammlung zeigt für jeden Kalendertag einen Vorfall in der Geschichte der Atomkraft.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki waren die schlimmsten Ereignisse in der Geschichte der Atomkraft. In einem Kalender, den die Umweltschutzorganisation Greenpeace jetzt veröffentlicht hat, nehmen sie "nur" drei Tage ein. Insgesamt 365 der gravierendsten Ereignisse hat Greenpeace aus tausenden Unfällen und Atombombentests ausgewählt.

Die Datensammlung zeigt für jeden Kalendertag einen Vorfall in der Geschichte der Atomkraft: Diebstahl von Atommaterial, einen Unfall in einer Atomanlage oder den Test einer Atombombe. Der Kalender beginnt mit dem 26. April, dem 20. Jahrestag des Unglücks in Tschernobyl. "Der Rückblick zeigt Atomkraft als verheerende Technik. Sie war und ist nicht beherrschbar, Fehler führen zu katastrophalen Folgen", kommentierte Thomas Breuer, Atom-Experte von Greenpeace, bei der Vorstellung des Kalenders.

Während am 24. Dezember 1967 in vielen Regionen der Welt Weihnachten gefeiert wurde, fanden beispielsweise im chinesischen Lop Nor oberirdische Atombombentests statt. Als Frankreich am 14. Juli 1961 wie jedes Jahr seinen Nationalfeiertag beging, kam es im russischen Tomsk zu einer unkontrollierten Kettenreaktion in einer Urananreicherungsanlage. Und am Neujahrstag 1992 musste im indischen Atomreaktor Rajasthan das Notkühlsystem aktiviert werden, um nach einem Auslaufen von schwerem Wasser Schlimmeres zu verhindern. "In allen Industrieanlagen passieren täglich Unfälle, das ist gar nicht zu vermeiden. Das gilt auch für Atomkraftwerke. Wer behauptet, Atomkraft sei sicher, hat nie die lnge Liste der Vorfälle gesehen," so Breuer weiter.

Greenpeace fordert daher, Atombomben weltweit abzurüsten, alle Atomkraftwerke so schnell wie technisch möglich abzuschalten und die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) umzuwandeln: Sie soll in Zukunft den weltweiten Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft kritisch begleiten.