Erneut Proteste gegen Kohle

Greenpeace gegen neues Kohlekraftwerk in Ensdorf

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert einen Stopp der Planungen für ein neues Kohlegroßkraftwerk in Ensdorf. Bei einer Protestaktion stapelten die Umweltschützer am Donnerstag in der Saarbrücker Innenstadt einen drei Meter hohen Berg schwarzer Säcke auf.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Der Berg soll laut Greenpeace die Menge an Treibhausgasen symbolisieren, die pro Zehntelsekunde von dem geplanten neuen Kraftwerk ausgestoßen würden. Insgesamt sei mit einem jährlichen CO-2-Ausstoß von über neun Millionen Tonnen zu rechnen. Greenpeace-Sprecherin Kirstin Bettscheider kritisierte zudem den geringen Wirkungsgrad von der geplanten Anlage. Sinnvoller seien dezentrale kleinere Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, bei denen nicht nur der erzeugte Strom, sondern auch die dabei anfallende Wärme genutzt werde.

Nach Angaben der Bürgerinitiative liegen inzwischen rund 22.000 Unterschriften gegen den Neubau in Ensdorf vor. Zudem hätten etwa 500 Mediziner ihre Bedenken hinsichtlich der Folgen des zusätzlichen Schadstoffausstoßes für die Bevölkerung geäußert. Zugleich wies die Bürgerinitiative einen Kommentar des Vizepräsidenten der Industrie- und Handelkammer (IHK), Philipp Gross, zurück, der die Gegner des Kraftwerksneubaus als "Weltverbesserer, Wundergläubige und Egoisten" bezeichnet hatte.

RWE-Power plant am Standort Ensdorf den Bau von zwei Kohlekraftwerksblöcken mit einer Leistung von jeweils 800 Megawatt. Die Investitionen sollen rund zwei Milliarden Euro betragen.