Geschenke

Greenpeace fordert Versteigerung von Emissionszertifikaten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in einem offenen Brief an die neue Bundesregierung gefordert, die Kohlendioxid-Zertifikate künftig nicht mehr zu verschenken. Stattdessen sollten sie - ähnlich wie seinerzeit die UMTS-Lizenzen - versteigert werden. Dazu sei eine Änderung der Richtlinie nötig.

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Hamburg (red) - Die kostenlose Vergabe von Kohlendioxid-Emissionszertifikaten an die Energiekonzerne kommt einer Industriesubvention gleich. Dies prangerte die Umweltschutzorganisation Greenpeace jetzt in einem offenen Brief an die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, SPD-Chef Franz Müntefering und die neuen Mitglieder des Bundestages an.

Diese Milliardengeschenke setzen nach einer Greenpeace-Analyse falsche Marktsignale, verzerren den Wettbewerb und behindern effektiven Klimaschutz. Die Aktivisten fordern daher, die Emissionszertifikate nicht mehr kostenlos zu vergeben, sondern an die Industrie zu versteigern. Das würde für die Energiekonzerne Anreize schaffen, den Kohlendioxid-Ausstoß deutlich zu verringern. "Es ist absurd, bei den Koalitionsverhandlungen jeden Cent zweimal umzudrehen, aber gleichzeitig auf Milliarden Euro Einnahmen zu verzichten", erläuterte Greenpeace Energieexperte Karsten Smid.

Um die Zertifikate ähnlich wie die UMTS-Lizenzen zu versteigern, müsse die EU-Emissionsrichtlinie umgehend überarbeitet werden, forderte Greenpeace.