Greenpeace fordert Stopp der niedersächsischen Atommüllexporte nach Sellafield

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Greenpeace schenkt dem niedersächsischen Umweltminister Wolfgang Jüttner heute eine maßstabsgetreue Brennelement-Attrappe für ein Atomkraftwerk. Die Umweltorganisation hat das über vier Meter lange Brennelement in einer Kiste mit der Aufschrift "Sicherheitsprüfung gefälscht - BNFL, PreussenElektra, TÜV
Nord" heute Vormittag am Haupteingang des Umweltministeriums in Hannover "angeliefert".


Die Aktivisten haben gelbe Atommüllfässer vor das Gebäude gerollt und fordern auf einem Transparent: "Herr Jüttner - Stoppen Sie die Atomgeschäfte mit Sellafield jetzt!" Das Präsent für Minister Jüttner steht als Symbol für den Skandal um gefälschte Sicherheitspapiere von Brennelementen aus England, die PreussenElektra in dem Atomkraftwerk Unterweser eingesetzt hatte. "Herr Jüttner kann als Leiter der Atomaufsicht PreussenElektra die Grundlage für Geschäfte mit der Skandal-Firma BNFL in Sellafield teilweise entziehen," sagt Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. "Wenn seine Entrüstung über den Atomskandal ernsthaft ist, muss er zumindest die Atommüllexporte aus Niedersachsen in die Wiederaufarbeitungsanlage von Sellafield sofort stoppen lassen."


Das Instrument dazu ist der sogenannte Entsorgungsvorsorgenachweis. Mit diesem weist PreussenElektra dem Umweltministerium als Atomaufsichtsbehörde nach, bei welchen Unternehmen und in welchen Anlagen der beim Betrieb ihrer Atomkraftwerke entstehende Atommüll "sicher entsorgt" wird. Voraussetzung dafür ist die absolute Zuverlässigkeit des Vertragspartners. Veit Bürger: "Der Sellafield-Skandal hat bewiesen, dass BNFL nicht zuverlässig ist. Wer Sicherheitspapiere fälscht, hat sich als Vertragspartner disqualifiziert. Auf was wartet Minister Jüttner eigentlich noch?" Bisher wurden aus niedersächsischen Atomkraftwerken über 300 Tonnen hochradioaktive Brennelemente zur Wiederaufarbeitung nach Sellafield transportiert.