Kontrollen nicht ausreichend

Greenpeace fordert eine Verschärfung der Atomaufsicht

Anlässlich der Sondersitzung im Umweltausschuss zur Situation in deutschen Atomkraftwerken hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Verschärfung der Atomaufsicht gefordert. Ungeachtet dessen sollte für die störanfälligen Altmeiler Krümmel, Brunsbüttel und Biblis kein weiterer Betrieb mehr zugelassen werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brunsbüttel/Berlin (ddp/sm) - Neben einer kurzfristigen Offenlegung der Prüfberichte und der Beteiligung unabhängiger Gutachter müssten die Sicherheitsüberprüfungen alle zwei und nicht wie bisher alle zehn Jahre durchgeführt werden, sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital am Mittwoch am Rande einer Protestveranstaltung vor dem Atomkraftwerk Brunsbüttel.

"Es kann nicht angehen, dass jedes Auto alle zwei Jahre zum TÜV muss, ein Atomkraftwerk aber nur alle zehn Jahre auf sicherheitsrelevante Schwachstellen untersucht wird", betonte Smital. Dies gelte insbesondere für Altanlagen, die länger als 20 Jahre im Betrieb seien.

In der aktuellen Pannenserie der schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel seien Mängel aufgetreten, die bereits früher zu erheblichen Störfällen geführt hätten, erklärte Smital. Auch das zeige, dass die jetzigen Kontrollen nicht ausreichten. Greenpeace fordert, auch bei einer Verschärfung der Atomaufsicht für Krümmel, Brunsbüttel und Biblis keinen Leistungsbetrieb mehr zuzulassen.