Greenpeace fordert Abbruch der Verhandlungen über Restlaufzeiten

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Die Umweltorganisation Greenpeace fordert die rot grünen Regierungsparteien auf, die Verhandlungen über Restlaufzeiten von deutschen Atomkraftwerken sofort abzubrechen. "Mit dem Festlegen von Restlaufzeiten setzt sich die Bundesregierung ohne Not den unberechtigten Schadensersatzforderungen der Atomindustrie aus, bringt den Atomausstieg aber keinen Millimeter voran," sagt Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. "Ohnehin haben dreißig oder vierzig Jahre Gesamtlaufzeiten nichts mehr mit einem Atomausstieg zu tun und entsprechen allein den Wünschen der Atomindustrie".


Darüber hinaus fordern die Umweltschützer von der Bundesregierung, die Bemühungen um einen Konsens mit den Atomkraftwerksbetreibern einzustellen. Veit Bürger: "Der Konsens ist nichts als ein Klotz am Bein, lähmt die Bundesregierung und verhindert somit eine neue Energiepolitik ".


Statt um jeden Preis Reaktorlaufzeiten festzulegen, müsse die Bundesregierung die ersten vier wichtigsten und rechtlich längst geklärten Sofortmaßnahmen endlich umsetzen: Verbot der Wiederaufarbeitung von Atommüll, höchste Sicherheitsanforderungen an bestehende Atomanlagen, unabhängiges Verwalten der
Entsorgungsrückstellungen und eine ausreichende Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke. Allein durch diese Maßnahmen würde das letzte Atomkraftwerk um ein Vielfaches früher vom Netz gehen, als bei allen jetzt bekannten Vorschlägen.


ots