Vorbild Mauerfall

Greenpeace: Entschlossenes Handeln beim Klimaschutz nötig

Knapp einen Monat vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen fordert die Umweltorganisation Greenpeace eine gemeinsame Anstrengung im Kampf gegen den Klimawandel. Hätten die Politiker vor 20 Jahren so gezögert wie die heutigen Verantwortlichen beim Klimaschutz, wäre der Eiserne Vorhang nicht gefallen, so Greenpeace.

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Berlin (ddp/red) - "Vor 20 Jahren ist es gemeinsam gelungen, die Kluft zwischen Ost und West zu überwinden. Jetzt muss es der Staatengemeinschaft gelingen, mit einem internationalen, ambitionierten Klimavertrag in Kopenhagen die Folgen des Klimawandels in den Griff zu bekommen", sagte Greenpeace-Klimaexpertin Anike Peters am Sonntag in Hamburg.

Scheitern der Weltklimakonferenz befürchtet

Greenpeace forderte eine "mutige und entschlossene Führung der EU und der USA" und appellierte an die an den Feierlichkeiten zum Mauerfall-Jubiläum teilnehmenden Staatschefs, sich gemeinsam für ein gerechtes Klimaschutzabkommen in Kopenhagen einzusetzen. "Ohne die Verständigung auf verbindliche CO2-Reduktionsziele und klare finanzielle Zusagen an die Entwicklungsländer droht die Weltklimakonferenz in Kopenhagen zu scheitern", warnte Peters. "Hätten die Politiker vor 20 Jahren so gezögert, wäre der Eiserne Vorhang nicht gefallen."

110 Milliarden jährlich für Entwicklungsländer

Um den fortschreitenden Klimawandel zu stoppen und den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, fordert Greenpeace von den Industriestaaten eine Reduzierung der Emissionen um mindestens 40 Prozent bis 2020. Zur Unterstützung der Entwicklungsländer müssten die Industrienationen außerdem jährlich 110 Milliarden Euro bereitstellen. Mit diesem Geld sollen Urwaldschutz und Anpassungsmaßnahmen der Entwicklungsländer an die Folgen des Klimawandels finanziert werden.