"Greenpeace energy": Licht an - Atom aus!

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
Ab Januar kommenden Jahres können Verbraucher bundesweit umweltfreundlichen Strom von "Greenpeace energy" kaufen. So heißt die Einkaufsgenossenschaft für "sauberen" Strom, die die in Hamburg ansässige Umweltorganisation gegründet hat. "Greenpeace energy soll dazu beitragen, dass sich in Deutschland eine Energieversorgung ohne Atomkraft und Kohle durchsetzt", sagte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens heute in Hamburg. Als Antwort auf einen ersten Rundbrief haben innerhalb von nur drei Tagen schon 500 Verbraucher ihre unterschriebenen Stromverträge an "Greenpeace energy" zurückgeschickt.



"Greenpeace energy" liefert Strom, der garantiert nicht aus Atom- und Kohlekraftwerken stammt, sondern zur Hälfte in regenerativen Anlagen (Wind, Sonne, Wasser und Biomasse) und zur Hälfte in hocheffizienten, gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erzeugt wurde. Der Strom wird 34,95 Pfennig je Kilowattstunde zuzüglich 9,90 Mark Grundgebühr im Monat kosten. Die Betreiber der Stromnetze verlangen zudem einen Messpreis, den die Genossenschaft pauschal mit 65 Mark pro Jahr berechnet.


Wer Greenpeace-Strom beziehen will, muss lediglich einen Stromvertrag unterschreiben und seine letzte Stromrechnung an die Genossenschaft schicken, die alles Weitere erledigt. Die Stromkunden können auch Mitglieder der Genossenschaft werden, eine Verpflichtung besteht aber nicht. Eventuelle Gewinne der Genossenschaft sollen in den Bau neuer Stromanlagen investiert oder an die Mitglieder ausgezahlt werden. Anders als andere Ökostrom-Anbieter garantiert "Greenpeace energy" die bundesweite Vollversorgung aller Kunden rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Der Einkauf des sauber erzeugten Stroms wird von externen Fachleuten nach strengen Kriterien kontrolliert. Ziel von "Greenpeace energy" ist es zudem, seine Kunden so bald wie möglich ganz aus neu errichteten Anlagen zu versorgen.



Kooperationspartner von "Greenpeace energy" sind die Stadtwerke Schwäbisch Hall, die den sauberen Strom einkaufen und überdies alle Dienstleistungen abwickeln. "Die Kooperation mit Greenpeace gibt uns die Chance, in umweltfreundliche Anlagen zu investieren. Gerade die klimaschonende Kraft-Wärme-Kopplung darf nicht unter die Räder des derzeitigen Preisdumpings am Strommarkt kommen", sagt Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall.



"Der Markt für umweltfreundlichen Strom hat sich bisher kaum bewegt, und das wollen wir ändern," sagt Roland Hipp, Leiter des Energiebereiches von Greenpeace. "Greenpeace will das Produkt sauberer Strom im Markt etablieren, wie dies uns mit dem FCKW-freien Kühlschrank gelungen ist. Wir werden unseren Namen nutzen, damit der Markt für sauberen Strom expandiert."



Greenpeace hatte im Sommer 1998 die "Aktion Stromwechsel" gestartet, in deren Verlauf sich 60.000 Haushalte bereit erklärt hatten, auf umweltfreundlichen Strom umsteigen zu wollen. "Jetzt können die Stromwechsler und alle, die es noch werden wollen, persönlich aus der Atomenergie aussteigen", so Roland Hipp abschließend.



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