Greenpeace energy kündigt gerichtliche Schritte gegen e.dis an

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Sollte der ostdeutsche Netzbetreiber e.dis bis morgen nicht die Versorgung von Kunden des Ökostrom-Anbieters Greenpeace energy gewährleisten, wird der Hamburger Stromversorger rechtliche Schritte einleiten. e.dis hat nach Auskünften von Greenpeace energy zum wiederholten Mal mit "unzulässigen und abstrusen verwaltungstechnischen Anforderungen" eine Belieferung der Kunden mit Strom verhindert. Heinz Laing, Vorstand von Greenpeace energy, ist sauer: "Die Belieferung wird regelmäßig einige Tage vor der Versorgungsaufnahme mit fadenscheinigen Begründungen verweigert, jetzt ist das Maß voll. Wir werden die Versorgung unserer Kunden durchboxen."


Seit September besteht zwischen Greenpeace energy und dem Übertragungsnetzbetreiber VEAG ein Rahmenvertrag über die Netznutzung, d.h. theoretisch darf Greenpeace energy seinen Strom durch die VEAG-Netze zu den Kunden transportieren. Mit der e.dis wurde ein Rahmenvertrag über die Belieferung von Kunden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern am 27. September geschlossen. Nach Angaben von Greenpeace energy verlangt die e.dis die Vorlage des unterzeichneten Vertrages und der Kundendaten vier Wochen vor Belieferungsbeginn. Nach Informationen von Greenpeace energy ist diese Frist nach dem Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen unzulässig. e.dis nutze dies aber, um eine Belieferung seit drei Monaten zu verhindern. "Jede üblicherweise mündliche Absprache zwischen Netzbetreiber und Stromhändler führt bei der e.dis zu einem neuen Vertrag und somit zum neuerlichen Inkrafttreten der vier Wochen Frist", heißt es von Greenpeace. Nach neustem Stand ist eine Versorgung der Greenpeace-Kunden nunmehr erst zum 1.2.2001 möglich. "Erst eine unzulässige Frist, dann jedes mal ein neuer Vertrag. Das ist pure Willkür und Schikane", zeigt sich Laing enttäuscht. Es scheint, als wolle die e.dis eine Belieferung durch Greenpeace energy mit allen Mitteln verzögern. Laing: "Selbst kleine Netzbetreiber bekommen den Anbieterwechsel in den Griff."


"Die e.dis hat durch ihr unkooperatives Verhalten jeglichen Kredit verspielt. Falls die Frist verstreicht, werden wir die Interessen unserer Kunden gerichtlich durchsetzen", zeigt sich Laing kampfeslustig.