"Wir kaufen keinen Graustrom"

Greenpeace Energy kritisiert Lichtblick wegen Schummel-Vorwürfen

Greenpeace Energy weist die Behauptung von Lichtblick zurück, dass der Zukauf von Atom- oder Kohlestrom bei Ökostromanbietern breit akzeptiert sei. Dem Ökostromanbieter Lichtblick wird vorgeworfen, einen Teil seines Stroms an der Leipziger Strombörse EEX zu kaufen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Dies ist laut Lichtblick nötig, "um Abweichungen zwischen Kurzfristprognose und zum Teil langfristig im Voraus vertraglich gesicherten Strommengen" auszugleichen, dieses Vorgehen sei in der Branche "breit akzeptiert", auch die Zertifizierer wüssten das.

Greenpeace Energy weist dies jedoch zurück "Wir kaufen keinen Strom an der Börse", betont Vorstandsmitglied Robert Werner. Der Versorger schließe Lieferverträge mit Kraftwerksbetreibern ab. Auftrendende Nachfrageschwankungen würden mit "offenen Lieferverträgen" ausgeglichen, jedoch nicht an der Börse zugekauft.

Auch der Düsseldorfer Ökostromanbieter Naturstrom gibt an, nicht an der Strombörse einzukaufen. Kein Stromhändler habe den direkten, zeitgleichen Zugang zu den Verbrauchdaten aller seiner Kunden. Auch gebe es kurzfristig verbrauchsbedingte Schwankungen, die unerwartet eintreffen. Diese würden systembedingt bei allen Stromhändlern vom örtlichen Netzbetreiber ausgeglichen, der so für die Netzstabilität sorge.