Feier zum fünfjährigen Bestehen

Greenpeace energy fordert Abbau von Atom- und Kohlesubventionen

Der Ökostrom-Anbieter Greenpeace energy hat sich für einen zügigen Abbau von Atom- und Kohlesubventionen ausgesprochen. Der Stromversorger hatte am Samstag Experten aus Forschung, Wirtschaft und Verbänden eingeladen, um mit einem breiten Publikum Perspektiven einer Stromversorgung ohne Atomkraft und Kohle zu diskutieren.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die Greenpeace energy eG, quasi die "Ökostrom-Abteilung" der gleichnamigen Umweltorganisation, hat sich anlässlich ihres 5-jährigen Bestehens dafür ausgesprochen, die Atom- und Kohlesubventionen "zügig" abzubauen. Dies sei Grundlage für einen fairen Wettbewerb im Strommarkt; nur so lasse sich der Einstieg in eine regenerative Stromversorgung realisieren. Zu diesem Ergebnis kamen zumindest die knapp 300 Teilnehmer des Kongresses "Strom gegen den Strom - Perspektiven einer sauberen Energiewirtschaft", der am Samstag anlässlich des Geburtstags des Ökostrom-Anbieters in der Hansestadt Hamburg stattfand.

"Wir wollen faire Bedingungen für regenerative Energien gegenüber Atomkraft und Kohle", so Roland Hipp, Vorstandsmitglied von Greenpeace energy eG. Dazu gehört für den bundesweiten Stromversorger der Abbau der Kohlesubventionen und die Überführung der Rückstellungen der Atomkonzerne in einen staatlichen Fonds. Die rund 30 Milliarden Euro dürften von den Betreibern für Atommüllentsorgung und Rückbau der Kraftwerke steuerfrei rückgestellt werden. "Mit diesem Geld, das der Verbraucher bereits bezahlt hat, finanzieren die Konzerne ihre Einkaufstouren im europäischen Strommarkt", sagte Hipp.

Greenpeace energy schlägt vor, die Zinsen aus einem solchen Fonds zur Finanzierung der regenerativen Energien zu nutzen. Weitere Voraussetzung für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem Strommarkt sei die umgehende Einsetzung einer wirksamen Regulierungsbehörde.

Bei den Experten - darunter Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie - herrschte Einigkeit darüber, dass langfristig regenerative Energiequellen nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch den fossilen Energieträgern überlegen seien. Der Umbau der Energiewirtschaft werde jedoch - so das Fazit der Diskussion - nicht ohne erhebliche Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz möglich sein. Stefan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), betonte die Notwendigkeit und Machbarkeit einer Ergänzung des Netzes, um große Mengen Strom aus Offshore-Windanlagen einzuspeisen.

Johannes van Bergen, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK), verwies auf das enorme noch ungenutzte Potenzial, mit dem die Kraft-Wärme-Kopplung einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit leisten kann. Er kritisierte die Untätigkeit der Politik und der großen Energiekonzerne bei der Förderung dieser modernen Technologie.

Wie dringend etwas gegen die fortschreitende Klimakatastrophe getan werden muss, dokumentierte eindrucksvoll Dr. Wolfgang Zängl mit der Fotodokumentation "Gletscher im Treibhaus". Das dramatische Abschmelzen der Gletscher in den Alpen bezeichnet Zängl als "globales Fieberthermometer" des Treibhauseffektes. Als Konsequenz fordert er, dass Energie nicht mehr nur ein Geschäft sein dürfe, wie jedes andere auch.