Trugschluss

Greenpeace: Elektroautos verbessern CO2-Bilanz nicht

Elektroautos tragen nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht entscheidend dazu bei, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern. Viel wichtiger als die Antriebsart des Fahrzeugs sei eine ganz andere Größe, so der Hinweis der Umweltschützer.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München (afp/red) - Selbst wenn, wie von der Bundesregierung angestrebt, im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs seien, "spart das nicht mehr CO2 als das oft geschmähte Tempolimit, also zwei bis drei Millionen Tonnen" sagte der Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck laut einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der "Automobilwoche".

Zur Verbesserung des Klimaschutzes biete der Verbrennungsmotor weit mehr Potenzial, fügte Lohbeck hinzu. "Der Durchschnittsverbrauch von Pkw wird sich von heute etwa 7,5 Liter je nach Modell auf bis zu 2,5 Liter drücken lassen - eine Effizienzsteigerung, die noch so viele Elektrofahrzeuge nicht aufwiegen können." Die Antriebsart sei aber ohnehin zweitrangig, entscheidend dagegen sei die Konfiguration des Autos, "das kleiner, leichter, intelligenter werden muss", sagte Greenpeace-Experte. Dann spiele der Antrieb keine Rolle mehr. Zugleich belaste derzeit jedes Elektroauto durch den notwendigen Strom aus der Steckdose das Klima mit anderthalb bis doppelt so viel CO2 wie ein herkömmliches Fahrzeug.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am 3. Mai bei einem Treffen mit Vertretern aus Industrie, Wissenschaft und Politik eine nationale Plattform Elektromobilität starten. Finanziell fördern will die Regierung vorerst Forschung und Entwicklung. Zur Zeit fahren in Deutschland laut Kraftfahrzeugbundesamt knapp 1600 Elektroautos.