Demonstration für Klimaschutz

Greenpeace besetzt Kühlturm von Kohlekraftwerk Jänschwalde

Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstag einen der neun Kühltürme am Braunkohlekraftwerk Jänschwalde bei Cottbus besetzt. Sie kletterten am Morgen auf den etwa 120 Meter hohen Turm und begannen, ein etwa 28 mal 18 Meter großes Banner mit der Aufschrift "Kohle zerstört Klima, Frau Merkel" anzubringen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Jänschwalde (ddp/red) - Die Aktivisten wollen mit ihrer Aktion gegen die Klimapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) protestieren, wie ein Greenpeace-Sprecher sagte. Greenpeace plane, den Turm mehrere Tage lang zu besetzen. Die Aktivisten hätten dazu Bergsteigerzelte und alpine Ausrüstung dabei.

Braunkohle ist verfehlte Energiepolitik

Mit der Aktion protestieren die Umweltschützer gegen die ihrer Ansicht nach verfehlte Energiepolitik in Deutschland. In keinem anderen Land habe Braunkohle als klimaschädlichster Energieträger einen so hohen Anteil an der Stromerzeugung, sagte die Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters. Rund 20 Prozent der deutschen CO2-Emissionen stammten aus Braunkohlekraftwerken. Das Kraftwerk Jänschwalde stoße jährlich etwa 25 Millionen Tonnen CO2 aus und sei damit einer der größten "Klimakiller" Deutschlands.

Kritik an Merkel wegen Klimaschutz

"Bundeskanzlerin Merkels vermeintlicher Einsatz für das Klima ist pure Heuchelei", sagte Peters. So habe Merkel eine Einladung von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zu Gesprächen über Klimaschutz abgelehnt. Um die Vorverhandlungen für den Klimagipfel in Kopenhagen voranzutreiben, hatte er die Staats- und Regierungschefs aller 192 UN-Mitgliedsstaaten für Dienstag zu Gesprächen nach New York eingeladen. Auf dem UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden.