Neuer Aufkleber

Greenpeace befürchtet Comeback der Atomkraft

Im neusten Greenpeace-Magazin spricht die Umweltschutzorganisation Greenpeace von einem "Comeback der Kernkraft". Derzeit seien insgesamt 42 Atomkraftwerke im Bau und weitere 142 in verschiedenen Stufen der Planung. Aus diesem Grund wurde der 70er-Jahre-Aufkleber "Atomkraft? Nein danke!" neugestaltet und kann wieder bestellt werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Atomenergie steht womöglich vor einem weltweiten Comeback. Das befürchtet zumindest die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Das Greenpeace Magazin schreibt in seiner neuesten Ausgabe, dass derzeit insgesamt 42 Atomkraftwerke im Bau und weitere 142 in verschiedenen Stufen der Planung sind. Etliche der 438 AKWs, die derzeit auf dem ganzen Globus in Betrieb sind, würden zudem länger am Netz bleiben als ursprünglich vorgesehen.

Als Motive für eine mögliche nukleare Renaissance nennt das Greenpeace Magazin nationales Prestige, das vor allem in Asien eine Rolle spiele, wo derzeit die meisten AKWs entstünden, sowie strategische Erwägungen. Rein wirtschaftlich rechneten sich neue AKWs dagegen nicht, sagte der britische Experte Antony Frogatt dem Greenpeace Magazin. Moderne Gaskraftwerke gleicher Leistung ließen sich in einem Drittel der Zeit und zu einem Viertel der Kosten bauen. Über die gesamte Laufzeit betrachtet, sei Gas um zwölf, Kohle immer noch um sechs Prozent billiger als Atom.

Der Greenpeace-Energieexperte Roland Hipp hält es für möglich, dass in Deutschland der Atomstrom-Anteil steigt, selbst wenn hier gar keine neuen AKWs entstünden. Die Strategie der Energiekonzerne ziele seiner Meinung nach längerfristig darauf ab, AKWs in Osteuropa zu nutzen, wo Sicherheitskontrollen laxer, der Widerstand in der Bevölkerung geringer und die Lohnkosten niedriger seien. Von dort werde der Atomstrom dann in die westlichen Verbraucherländer exportiert. "Statt Ausstieg droht uns also ein Ausflaggen der Atomkraft in Staaten mit niedrigerem Sicherheitsstandard", sagte Hipp dem Greenpeace Magazin.

Aus diesem Grund hat das Greenpeace Magazin den 70er-Jahre-Aufkleber "Atomkraft? Nein danke!" vom Hamburger Design-Büro Mutabor neu gestalten lassen. Der runderneuerte Klassiker der Anti-AKW-Bewegung kann im Internet bestellt werden.

Weiterführende Links