Greenpeace beantragt Stromdurchleitung in Frankreich

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Die Umweltschützer von Greenpeace wollen den Strom ihrer Tochtergesellschaft "Greenpeace energy eG" an das Greenpeace Büro in Paris liefern. Die vor wenigen Wochen in Hamburg gegründete Einkaufsgenossenschaft für sauberen Strom legt sich damit mit dem Atomstrom-Konzern Electricité de France (EDF) in Frankreich an, wo rund 80 Prozent der gesamten Energieversorgung aus Atomkraftwerken kommen.


"Auch in Frankreich sollen die Menschen die Möglichkeit haben, persönlich aus der Atomenergie auszusteigen," sagt Greenpeace Energie-Experte Sven Teske während einer Pressekonferenz in Paris. "In einem Land, in dem es fast nur Atomstrom gibt, wollen wir eine saubere Alternative bieten. Dazu müssen wir die Blockadehaltung von Frankreichs Atomstrom-Konzern brechen."


Bislang wehrt sich die EDF vehement gegen eine europaweite Öffnung des französischen Strommarktes. Im Gegenzug drängt die EDF mit ihrem Atomstrom aber aggressiv auf die freien Strommärkte anderer Länder. Erst vor einigen Wochen hat sich die EDF in Deutschland mit einem 25 Prozent Anteil bei Deutschlands viertgrößtem Stromkonzern, der Energieversorgung Baden Würtemberg (EnBW), eingekauft. Das europäische Energierecht verpflichtet dadurch Frankreich, den eigenen Markt auch zu öffnen, was aber bislang nicht geschieht.


ots