Atommüll

Greenpeace: Asse war ein Test für Gorleben

Aktuell veröffentlichte Unterlagen von Greenpeace geben neue Aufschlüsse zur Endlagersuche. Nach diesen Originaldokumenten war Asse ein Test für Gorleben. Die jetzt veröffentlichten Unterlagen entstammen den Umweltschützern zufolge den Jahren 1976 und 1983.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erweitert ihre in der vergangenen Woche vorgestellte Online-Datenbank zum geplanten Endlager in Gorleben. In dem maroden Endlager Asse II sollten demnach Einlagerungsversuche mit hochradioaktiven Abfällen durchgeführt werden. Diese sollten die Grundlage schaffen für die Endlagerung stark strahlenden Atommülls in einem Salzstock. Aus den Akten geht hervor, dass Versuche mit Heizelementen in der Asse frühzeitig abgebrochen wurden, mit welchen die Wärmeentwicklung des hochradioaktiven Atommülls simuliert werden sollte. Doch man fürchtete, so Greenpeace, den eingesetzten Erhitzer nicht mehr bergen zu können, nachdem ihn das Salz der Asse eingeschlossen hätte. Greenpeace forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erneut auf, den ungeeigneten Endlagerstandort Gorleben sofort aufzugeben.

Wissenschaftler forderten Erprobung von Salzgestein

Im Positionspapier zur "Entsorgung der Kernkraftwerke" verlangten Fachleute der Bundesministerien für Inneres, Forschung und Wirtschaft im Jahr 1976 eine Eignungsprüfung für die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle in Salz. Ein Endlager in einem Salzstock dürfe nur in Betrieb gehen, wenn entsprechende Einlagerungs-Versuche mit hochradioaktivem Müll in der Asse erfolgreich abgeschlossen wurden. Mit der Eignung des Endlagerstandortes Gorleben befasst sich nun auch ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags. "Wurden die Forderungen der Wissenschaftler dem politischen Druck preisgegeben?", fragt Mathias Edler, Greenpeace Atomexperte. "Wo sind die Ergebnisse der entscheidenden Versuche mit hochradioaktiven Abfällen in Salz? Wurden diese Versuche jemals gemacht oder soll Gorleben jetzt selbst zum Langzeitversuch werden - mit der Bevölkerung als Versuchskaninchen?"

Umweltinformationsgesetz ermöglicht Datenbank

Diese und weitere bisher vertrauliche Originaldokumente zur Benennung und Eignung des geplanten Endlagers in Gorleben will Greenpeace der Öffentlichkeit Schritt für Schritt in einer Online-Datenbank zur Verfügung stellen. Einsicht in die Akten der Niedersächsischen Staatskanzlei, des Niedersächsischen Umweltministeriums und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erhielt Greenpeace nach dem Umweltinformationsgesetz.