Protest

Greenpeace-Aktivisten schließen Atomkraftwerk Krümmel

20 Aktivisten von Greenpeace haben am Mittwochmorgen die Einfahrtstore zum AKW Krümmel zugeschweißt. Die Umweltschützer fordern die schleswig-holsteinische Atomaufsicht auf, dem Pannen-Meiler die Betriebsgenehmigung zu entziehen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Geesthacht/Hamburg (ddp/red) - Rund 20 Aktivisten brachten an jedem der fünf Tore eiserne Hinweisschilder mit Elektroschweißgeräten an, auf denen zu lesen ist: "AKW Krümmel geschlossen wegen Unzuverlässigkeit von Vattenfall".

Nach Ansicht von Greenpeace ist die Zuverlässigkeit des Kraftwerkbetreibers Vattenfall nicht merh gegeben, was laut Atomgesetz ein Grund für den sofortigen Entzug der Betriebsgenehmigung wäre. Schleswig-Holsteins für Atomaufsicht zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) müsse sich entscheiden, ob sie die Interessen der Bevölkerung vertreten, oder sich "in den Dienst des Stromkonzerns" stellen wolle, sagte Atom-Experte Mathias Edler.

Atomaufsicht handelt zu zögerlich

Den Aufsichtsbehörden warf die Umweltschutzorganisation vor, aus Angst vor Schadensersatzforderungen seit Jahren zunehmend zögerlich gegenüber den Stromkonzernen zu agieren. Die Pannen im AKW Krümmel häuften sich, sagte Edler. "Worauf wartet Frau Trauernicht denn noch?" Bereits seit Montag verriegeln Aktivisten die Haupteinfahrt der Anlage mit Ketten.

Drei Störfälle in zwei Wochen

Bereits seit Montag dieser Woche verriegeln rund 15 Greenpeace-Aktivisten die Haupteinfahrt des Atomkraftwerks Krümmel mit Ketten. In den ersten 14 Tagen nach dem Wiederanfahren des AKW am 19. Juni 2009 war es zu drei Störfällen gekommen. Zwei Mal wurde dabei die automatische Reaktorschnellabschaltung ausgelöst. Beim dritten Störfall fiel ein Maschinentransformator durch einen Kurzschluss aus.