Strom-News
FinnlandAus Protest gegen den Bau des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Finnland haben sechs Greenpeace-Aktivisten in der Ostsee ein Schiff geentert. Der Frachter ist auf dem Weg zur Baustelle des Atomkraftwerks Olkiluoto, bei dessen Prototyp schon 2300 Mängel nachgewiesen worden seien.
Burg (afp/ddp/red) - Die Atomkraftgegner waren dem Schwerlastfrachter "Happy Ranger" am Montag im Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark mit dem Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" und fünf Schlauchbooten gefolgt, wie die Umweltschutzorganisation mitteilte. Sechs Aktivisten erkletterten schließlich mit Anti-Atomkraft-Bannern die Bordkräne der "Happy Ranger", die den Angaben zufolge Dampferzeuger des französischen Atomkonzerns Areva für den Neubau des EPR-Reaktors im finnischen Olkiluoto transportiert.
Nach Angaben einer Sprecherin von Greenpeace Dänemark wollten die Aktivisten die Nacht auf dem Fracht verbringen, der unter niederländischer Flagge fährt. Der Kapitan der "Happy Ranger" hat demnach zugesichert, nicht mit Gewalt gegen die Besetzer vorzugehen. Die Aktivisten fordern den Stopp der Arbeiten an dem EPR-Reaktor auf einem Kraftwerksgelände in Olkiluoto.
Die Umweltschutzorganisation fordert den Stopp der Arbeiten an dem finnischen Atomkraftwerk. Der Weiterbau sei unverantwortlich, sagte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. Bisher seien beim Bau des Prototypen mehr als 2300 Fehler und Sicherheitsmängel nachgewiesen worden. Sicherheitsrelevante Probleme seien unter anderem mangelhafte Schweißarbeiten und die Verwendung des falschen Betons gewesen.
Der von Areva und Siemens entwickelte "European Pressurized Water Reactor" soll leistungsfähiger und sicherer als frühere Generationen von Atomkraftwerken sein. Der EPR-Reaktor in Finnland sollte ursprünglich schon 2009 ans Netz gehen, seine Fertigstellung verzögert sich aber immer mehr. "Die Bilanz des finnischen Atomexperimentes in Olkiluoto 3 ist mehr als desaströs", sagte Böhling. Zuletzt hätten die Aufsichtsbehörden von Finnland, Frankreich und Großbritannien auch das Reaktordesign kritisiert und eine grundlegende Überarbeitung der Sicherheitstechnik gefordert.
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