Friedlich

Greenpeace-Aktion gegen Castor: Transparent quer über Transportstrecke

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace protestiert gegen den Castor-Transport, der zur Stunde in Deutschland unterwegs ist. Das Sicherheitsrisiko vorallem in Gorleben sei zu groß, argumentieren die Aktivisten.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Aus Protest gegen den unmittelbar bevorstehenden Castor-Transport kletterten heute früh zwei Greenpeace-Aktivisten bei Hitzacker in Niedersachsen auf Bäume entlang der Bahnlinie, auf der der Atommüllzug nach Dannenberg rollen soll. Sie spannten Seile quer über die Gleise und setzten sich in ihnen fest. Auf einem Transparent steht unter den Firmenlogos der großen Atomkraftwerksbetreiber E.ON, RWE, EnBW und HEW: "Wir ignorieren die Sicherheit! Wir gefährden Menschen! Wir lassen die Polizei die Drecksarbeit machen! - Stop Castor!" Der Transport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben soll heute im Laufe des Tages das Wendland erreichen.

"Seit Jahren gibt es hier im Wendland friedlichen und entschlossenen Protest gegen die Atommüll-Lagerung in Gorleben", sagt Veit Bürger, Greenpeace-Energieexperte. "Auch in diesen Tagen werden wieder Tausende zu Recht für einen Stopp der Atomtransporte demonstrieren. Das Gorlebener Zwischenlager ist ein Sicherheitsrisiko und Castor-Transporte sind gefährlich. Von der Polizei verlangen die Konzern-Chefs aber, dass sie die verantwortungslosen Atomtransporte durchsetzen." Die sechs Castorbehälter aus La Hague enthalten etwa 80 Tonnen verglaste Atomabfälle, die bei der Wiederaufarbeitung in La Hague entstehen. Greenpeace hatte noch vor einigen Tagen versucht, mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Braunschweig den Atommüll-Transport in letzter Minute zu verhindern. Der Antrag wurde aber noch am gleichen Tag abgewiesen. Gegen die Entscheidung des niedersächsischen Umweltministeriums, einen Greenpeace-Antrag auf Stilllegung des Zwischenlagers in Gorleben abzulehnen, hat Greenpeace am Freitag Klage beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingelegt.