Atomtransport

Gorleben: Niedersachsen will alternatives Zwischenlager

Niedersachsens Landesregierung will noch in diesem Jahr um eine Umlagerung des Castor-Transports bitten. Für die Umlagerung müssen aber viele neue Genehmigungen eingeholt werden. Außerdem soll der kommende Transport in 2011 der letzte dieser Art nach Gorleben sein.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Bundesregierung ist offen für Gespräche mit Niedersachsen über eine eventuelle Umleitung des Gorleben-Transportes 2011 in ein anderes Zwischenlager. Das niedersächsische Landeskabinett hatte am Dienstag beschlossen, die Bundesregierung um Prüfung einer Umleitung des nächsten Gorleben-Transportes in ein anderes Zwischenlager zu bitten.

2011 letzter Transport aus Frankreich

Das Bundesumweltministerium verwies darauf, dass der im kommenden Jahr geplante Transport von Abfällen aus der Wiederaufarbeitung von Brennelementen in Frankreich nach Gorleben der letzte dieser Art sein werde.

Ministerpräsident David McAllister will nach Angaben der Staatskanzlei in Hannover direkt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) über eine mögliche Umleitung des Transportes sprechen. Der Ministerpräsident werde die Angelegenheit auf jeden Fall noch in diesem Jahr zum Thema machen, so der Regierungssprecher Franz-Rainer Enste.

Mehrere Genehmigungen erforderlich

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) können die Castor-Behälter nur nach einem förmlichen Genehmigungsverfahren in ein anderes Zwischenlager umgeleitet werden. Die Castor-Behälter mit in Glas eingeschmolzenen Abfällen aus der Wiederaufarbeitung, von denen kommendes Jahr noch einmal elf nach Gorleben gebracht werden sollen, sind nach Angaben des BfS-Sprechers bislang nur für das dortige Zwischenlager zugelassen.

Genehmigungsverfahren zur Zulassung neuer Behältertypen dauerten in der Vergangenheit oft Jahre. Zudem ist für jeden Castor-Transport eine Transportgenehmigung erforderlich. Auch diese muss in der Regel ein halbes Jahr im Voraus beantragt werden. Bislang ist der letzte Castor-Transport aus Frankreich nach Gorleben im Herbst kommenden Jahres geplant.