Endlager

Gorleben-Erkundung kostete bisher 1,4 Milliarden Euro

1,4 Milliarden Euro hat die Bundesregierung bislang in die Erkundung des niedersächsischen Standortes Gorleben als Atommüll-Endlager gesteckt. Kostenprägend seien dabei die Ausgaben für die Anlagen über und unter Tage mit Gesamtkosten von etwa 865 Millionen Euro gewesen, hieß es.

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Berlin (red) - Bislang sind für die Erkundung des Standortes Gorleben (Niedersachsen) als Atommüll-Endlager etwa 1,4 Milliarden Euro ausgegeben worden. Diese Zahl nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 16/1963) auf eine "Kleine Anfrage" von Bündnis 90/Die Grünen (Bundestagsdrucksache 16/1769).

Von diesen Kosten entfielen etwa 965 Millionen Euro auf die Standorterkundung unter Tage, einschließlich der Offenhaltungskosten während des im Jahr 2000 vereinbarten Moratoriums, knapp 140 Millionen Euro auf die Standorterkundung über Tage und fast 90 Millionen Euro auf die Arbeiten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, hieß es in den Ausführungen weiter. Die restlichen 200 Millionen Euro verteilten sich auf anlagenbezogene Forschung und Planung, Genehmigungsverfahren, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Rechtebeschaffung.

Kostenprägend für das Projekt Gorleben seien zudem die Ausgaben für die Anlagen über und unter Tage mit Gesamtkosten von etwa 865 Millionen Euro gewesen. Die Baumaßnahmen stünden in direktem Zusammenhang mit der Erkundung, so die Regierung. Die Anlagen seien für den Fall, dass sich der Standort für das geplante Endlager eigne und genutzt werden könne, ausgelegt worden. Dies betreffe vor allem die beiden Schächte, die Größe der Salzhalde sowie die Größe der Außenanlage und der Gebäude.

Die Regierung teilt darüber hinaus mit, dass die Kosten für die Erkundung des ebenfalls in Niedersachsen gelegenen Schachtes Konrad von 1977 bis 1985 etwa 89 Millionen Euro betragen haben. Diese Kosten seien nicht mit Gorleben vergleichbar, weil ein bestehendes Bergwerk auf seine Eignung zur Endlagerung untersucht worden sei.

Über die Eignung eines Standortes als Endlager werde im jeweiligen Planfeststellungsverfahren entschieden. Die Haltung der Unternehmen, die die Kernkraftwerke betreiben, spiele "insoweit" keine Rolle, heißt es weiter.