Stromverbrauch

Google will weg vom Klimakiller-Image

Google erntet schon seit längerem Kritik am hohen Stromverbrauch des Konzerns. Jetzt hat man den eigenen Energiebedarf offengelegt und versucht, sich vom Image des Klimakillers zu befreien. Das Unternehmen engagiert sich zudem für erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

New York/Mountain View (red) - Bisher hatte Google Informationen über den Stromverbrauch bewusst zurückgehalten - ob nun deshalb, weil er so hoch ist, oder um der Konkurrenz nicht zu viele Informationen bereitzustellen. Wie die New York Times berichtet, verbraucht Google genug Strom, um 200.000 Haushalte zu versorgen.

Kontinuierlich würden 260 Millionen Watt Energie benötigt, was einem Viertel der Menge entspräche, die ein Atomkraftwerk bereitstellt. Die Datenzentren weltweit benötigen dabei einen Großteil der Energie. Von den 260 Millionen Watt würden 12,5 Millionen durch Suchanfragen anfallen. Der jährliche Verbrauch habe 2010 bei 2,3 Millionen Megawattstunden gelegen. Der CO2-Ausstoß pro Jahr wird mir knapp unter 1,5 Millionen Tonnen beziffert.

Alles eine Frage des Blickwinkels

Google hat eigene Beispiele errechnet und rät dazu, den Kontext und die Maßstäbe zu beachten, die angelegt werden. Beispielsweise würden täglich über eine Milliarde Suchen über die Suchmaschine realisiert. Dabei entsteht natürlich ein enormer Energieverbrauch. Wenn man jedoch den einzelnen User betrachtet, verbraucht dieser monatlich so viel Energie wie eine 60-Watt-Glühbirne, die drei Stunden lang brennt. Drei Tage Youtube entspräche vom Energieaufwand her der Herstellung einer DVD. Außerdem würde ebenfalls viel Energie dadurch eingespart, dass man Informationen schnell und bequem aus dem Internet beziehen kann statt beispielsweise mit dem Auto zur Bibliothek zu fahren.

25 Prozent Energie aus Ökostrom

Eine weitere Maßnahme, mit der Google sein Öko-Image verbessern will, ist das Engagement für erneuerbare Energien. Der Konzern investiert vor allem in Windkraft und Solarenergie. 100 Millionen Dollar wurden in den Windpark Shepherds Flat investiert, der einmal der größte der Welt werden soll. Auch in einen Solarpark in Brandenburg wird Geld gesteckt. Vom selbst verbrauchten Strom stammten 2010 25 Prozent aus erneuerbaren Energien, 2011 sollen es 30 Prozent werden. Auch durch den Trend zur Datenverlagerung in die Cloud würde Energie gespart.