Erweiterung

Gönner: Erneuerbare-Wärme-Gesetz auf Gebäudebestand ausweiten

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner sprach sich bei den Beratungen im Bundesrat über das "Integrierte Energie- und Klimaschutzpaket" für eine Erweiterung des darin enthaltenen "Erneuerbaren-Energien-Wärme-Gesetzes" aus, dieses solle auch auf den Gebäudebstand ausgeweitet werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die großen Potenziale für den Klimaschutz liegen im Gebäudebestand, so Umweltministerin Gönner, darum reichen die für Gebäude geplanten Klimaschutzvorgaben nicht weit genug, da sich die Regelungen ausschließlich auf Neubauten begrenzen. In Baden-Württemberg beispielsweise stünden den rund 2,3 Millionen bestehenden Wohngebäuden lediglich rund 20.000 Neubauten gegenüber, daher müsse der Gebäudebestand in die Öko-Pflicht mit einbezogen werden, fordert Gönner.

Dank den bereits aufgelegten Förderprogrammen von Bund, Ländern und Kommunen sei das Interesse an Gebäudemodernisierung und Effizienzsteigerung bereits gestiegen, jedoch fehle es noch an der notwendigen Dynamik, "um einen nennenswerten Beitrag für den Klimaschutz verzeichnen zu können". Baden-Württemberg habe dazu "Regelungen mit Augenmaß" gefunden, "um die Hausbesitzer nicht zu überfordern und dennoch einen wirksamen Klimaschutzbeitrag zu leisten", so Gönner. Das baden-württembergische Gesetz könne deshalb Vorbild für eine Bundesregelung sein.

In Baden-Württemberg muss künftig in Neubauten die Wärmeversorgung zu mindestens 20 Prozent über erneuerbare Energien gedeckt werden. Für bestehende Wohngebäude treten verpflichtende Regelungen nach einer zweijährigen Übergangsfrist ab 2010 in Kraft. Danach müssen bei einem ohnehin notwendig werdenden Austausch der zentralen Heizungsanlage eines Wohngebäudes zu mindestens zehn Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden. Alternative Maßnahmen, die ebenfalls zur Verminderung der CO2-Emissionen beitragen, wie eine verbesserte Dämmung von Fassade oder Dach sind zulässig und werden anerkannt.